Verkehrsminister warnt vor zu hohen Trassenpreisen
Das Deutschlandticket wird seit seiner Einführung von Millionen Bahnkunden genutzt. Brandenburgs Verkehrsminister warnt nun davor, dass eine hohe Schienenmaut auf das Ticket durchschlägt.
Die Trassenpreise könnten steigen. (Archivbild)Julian Stratenschulte/dpa
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Brandenburgs Verkehrsminister Robert Crumbach sieht in den geplanten Erhöhungen bei den Trassenpreisen eine Gefahr für das Deutschlandticket. „Das Deutschlandticket ist das größte Versprechen für bezahlbare Mobilität, das wir den Menschen in diesem Land seit Jahrzehnten gegeben haben“, sagte der SPD-Politiker laut einer Mitteilung seines Ministeriums. Wer jetzt die Trassenpreise für S-Bahn und Regionalzüge massiv erhöhe, verabschiede sich faktisch von diesem Versprechen. Denn die zusätzlichen Kosten, die dann für Netzentgelte fällig würden, fehlten letztlich bei der Finanzierung der Zugangebote.
Trassenpreise könnten steigen
Konkret geht es um die Trassenpreise, auch Schienenmaut genannt. Das sind Gebühren für die Nutzung des Schienennetzes. Der Europäische Gerichtshof hatte im März eine Regelung in Deutschland gekippt, die im Nahverkehr die Preise für die Schienennutzung deckelte. Dies sorgt auch wegen Nachzahlungen für Mehrbelastungen, die die Länder nach eigenen Angaben nicht stemmen können. Sie fordern vom Bund eine finanzielle Kompensation.
„Mit jedem zusätzlichen Euro, den wir für Trassenentgelte zahlen müssen, steigt der Druck, entweder das Deutschlandticket weiter zu verteuern oder beim Angebot zu sparen“, sagte Crumbach. Beides sei falsch und gefährde die Attraktivität des Tickets.
Steigen die Trassenpreise, ohne dass der Bund die Regionalisierungsmittel deutlich aufstockt, blieben nur drei Optionen, führte Crumbach aus. „Wir streichen Züge, wir machen Tickets teurer oder das Deutschlandticket wird zur Mogelpackung.“ Man wolle nicht tatenlos zusehen, wie die Kosten bei den Passagieren abgeladen werden. „Deshalb prüfen wir sehr genau, welche rechtlichen Schritte gegen die neuen Trassenpreis-Bescheide möglich sind, und sind bereit, auch vor Gericht zu ziehen.“