Verdeckte Ermittlungen in JVA Rheinbach seit 2024
Überraschende Enthüllung in einer Sondersitzung im Düsseldorfer Landtag: Die Ermittler waren dem mutmaßlichen Bestechungsskandal in der JVA Rheinbach seit 2024 auf der Spur. Dank der Anstaltsleiterin.
NRW-Justizminister Benjamin Limbach sagte in der Sondersitzung des Rechtsausschusses, dass er erst an dem Tag selbst um 8.31 Uhr von den Durchsuchungen erfahren habe.Christoph Reichwein/dpa
© Christoph Reichwein/dpa
Dem mutmaßlichen Bestechungsskandal in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Rheinbach sind die Ermittler bereits seit 2024 heimlich auf der Spur. Wie in einer Sondersitzung des Rechtsausschusses im Landtag vom Justizministerium mitgeteilt wurde, hatte die Anstaltsleiterin die Ermittlungsbehörden vor zwei Jahren erstmals über ihren Verdacht informiert. Danach habe sie immer wieder von sich aus Hinweise geliefert.
Die Verdächtigen merkten erst am Dienstagmorgen, dass die Ermittlungsgruppe „Kiosk“ sie schon länger im Visier hatte: Um 7.30 Uhr durchsuchten Polizei und Staatsanwaltschaft Räume der JVA Rheinbach sowie Wohnungen in Köln, Euskirchen, Reinbach und Siegburg sowie in den Landkreisen Mayen-Koblenz und Neuwied.
Justizminister Benjamin Limbach (Grüne) sagte nun in der Sondersitzung des Rechtsausschusses, dass er erst an dem Tag selbst um 8.31 Uhr von den Durchsuchungen erfahren habe.
Sieben aktiven JVA-Bediensteten und einer ehemaligen Bediensteten wird vorgeworfen, gegen Bezahlung Drogen und Handys in das Gefängnis in Rheinbach geschmuggelt zu haben. Auch zahlreiche Inhaftierte und ehemalige Inhaftierte stehen im Fokus der Ermittler. Eine konkrete Zahl nannte die Staatsanwaltschaft Bonn auf Anfrage nicht.