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Trotz Remis: Club-Coach Klose stolz nach Zweitliga-Wahnsinn

Nürnberg und Wolfsburg zeigen ein Zweitliga-Match der Sonderklasse samt völlig irrem Finale. Am Ende steht ein Remis. Was bedeutet das für die Ambitionen der Franken? Coach Klose wird deutlich.

Von Manuel Schwarz, dpa

11.10.2026

Nürnberg holt gegen Wolfsburg ein zwischenzeitliches 0:2 auf.Daniel Karmann/dpa

Nürnberg holt gegen Wolfsburg ein zwischenzeitliches 0:2 auf.Daniel Karmann/dpa

© Daniel Karmann/dpa

Man merkte Miroslav Klose an, wie er seine Gefühle zu sortieren versuchte. Einerseits konnte er als Fußball-Liebhaber nach diesem atemberaubenden 4:4 (0:2) im Zweitliga-Topspiel nur schwärmen von einem „fantastischen, verrückten Spiel“. Als Trainer des 1. FC Nürnberg aber haderte er natürlich auch etwas mit dem verpassten Heimsieg gegen den Aufstiegs-Favoriten VfL Wolfsburg, der die so stark in die Saison gestarteten Franken - zumindest vorläufig - an Hertha BSC vorbei auf Platz eins befördert hätte.

Letztlich fehlte einem Samstagabend-Thriller à la Hollywood nur noch das Happy End. Es sei „insgesamt ernüchternd“, wenn man in der Nachspielzeit in Führung gehe, dann aber doch noch den Ausgleich kassiert, sagte Nürnbergs Stürmer und Doppelpacker Piet Scobel am Sky-Mikrofon und fand: „Deswegen ist man erstmal ein bisschen enttäuscht.“ Sturm-Kollege Mohamed Ali Zoma sagte: „Am Ende ist es natürlich bitter, dass wir mit der letzten Aktion noch das Tor kassieren, aber insgesamt sind wir zufrieden mit unserem Auftritt.“

Wilder Spielverlauf und „Achterbahn der Emotionen“

Aber der Reihe nach: In der ersten Halbzeit war Nürnberg dem Bundesliga-Absteiger deutlich unterlegen und lag nach Gegentreffern durch Hauke Wahl (12. Minute) und Muhammed Damar (29.) 0:2 in Rückstand. Nach dem Seitenwechsel drehten Scobel (52./59.) und Zoma (63.) das Match. Im Finish wurde es verrückt: Zuerst glich Alessio Besio für den VfL aus (90.+1), dann gelang dem eingewechselten Giannis Masouras die erneute FCN-Führung (90.+6). Besio mit seinem zweiten Treffer sorgte für den Schlusspunkt (90.+9).

Die Nürnberger ärgern sich über den späten Ausgleich durch Wolfsburg.Daniel Karmann/dpa

Die Nürnberger ärgern sich über den späten Ausgleich durch Wolfsburg.Daniel Karmann/dpa

© Daniel Karmann/dpa

„Es war eine Achterbahn der Emotionen“, meinte Scobel, der nun bei fünf Toren in der Saison steht. Offensiv-Kollege Zoma ist mit sieben Treffern das Maß der Dinge in der Liga. Die Torgaranten sorgten ganz nebenbei für eine statistische Bestleistung in der langen und ruhmreichen FCN-Historie. Noch nie hatte der „Club“ in seiner Profifußball-Geschichte nach sieben Partien schon 20 Tore erzielt. Da musste schon ein einstiger Weltklasse-Stürmer als Coach kommen.

Hartes Match für Trainernerven

Klose lobte die zweite Halbzeit - auf den ersten Durchgang, in dem nur Wolfsburg „Männerfußball“ gespielt habe, wollte er nicht detailliert eingehen. Zudem hatten die Hausherren vor 44.028 Zuschauern zweimal großes Glück, dass VfL-Profi Yannick Gerhardt jeweils allein vor dem Tor patzte.

„Es war eine brutale Energie in der 2. Halbzeit da, so zurückzukommen und das Spiel zu drehen“, sagte der 48-Jährige. „Für die Zuschauer war es ein fantastisches Spiel; für unsere Nerven auf der Trainerseite nicht so.“

War stolz auf seine Nürnberger: Trainer Miroslav Klose.Daniel Karmann/dpa

War stolz auf seine Nürnberger: Trainer Miroslav Klose.Daniel Karmann/dpa

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Nach zuvor fünf Siegen und nur einem Unentschieden war das Match gegen den Aufstiegs-Favoriten aus Wolfsburg der richtig große Härtetest für die Franken. Und welche Schlüsse sind nun zu ziehen aus dem Auftritt?

Ist Nürnberg nun ein Aufstiegsanwärter?

„Ich kann völlig verstehen, dass man natürlich jetzt von mir hören möchte, dass wir aufsteigen wollen und oben mitspielen wollen“, sagte Klose dazu. „Wir sind oben, wir sind ein Topteam, und so sehen wir uns auch. Wir haben selbst unsere Messlatte mit den letzten Spielen sehr hoch gelegt. Das Schöne am Fußball ist: Du musst es immer bestätigen.“ Und nach so einem Match „kannst du einfach nur stolz sein. Und das muss unser Weg sein.“

Der ganz, ganz späte Gegentreffer zum 4:4 durch Alessio Besio.Daniel Karmann/dpa

Der ganz, ganz späte Gegentreffer zum 4:4 durch Alessio Besio.Daniel Karmann/dpa

© Daniel Karmann/dpa

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