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Tribünengast Klose: Nürnberg in Darmstadt eiskalt bestraft

Fern von der Trainerbank sieht Miroslav Klose beim SV Darmstadt eine engagierte Nürnberger Mannschaft. Nach 45 Minuten nimmt das Zweitligaspiel eine überraschende Wendung.

Von dpa

23.01.2026

Javier Pinola vertrat den gesperrten Chefcoach Miroslav Klose.Uwe Anspach/dpa

Javier Pinola vertrat den gesperrten Chefcoach Miroslav Klose.Uwe Anspach/dpa

© Uwe Anspach/dpa

Von der Tribüne aus hat der gesperrte Trainer Miroslav Klose eine ärgerliche Niederlage seines 1. FC Nürnberg beim formstarken Aufstiegskandidaten SV Darmstadt 98 mitverfolgen müssen. Trotz aussichtsreicher Chancen und spielerischer Vorteile in den ersten 45 Minuten mussten sich die Franken in der 2. Fußball-Bundesliga schließlich mit 0:2 (0:0) geschlagen geben.

Hiroki Akiyama nach einer schlampig verteidigten Ecke des FCN in der 60. Minute und Luca Marseiler (75.) per Lupfer erzielten die Darmstädter Treffer vor 17.810 Zuschauern. Klose, der neben Sportchef Joti Chatzialexiou auf den Rängen Platz genommen hatte, musste sich ärgern.

Pinola vertritt Klose

Die Mannschaft von Trainer Florian Kohfeldt verkürzte den Rückstand auf Spitzenreiter FC Schalke 04 vorübergehend auf einen Punkt und kletterte nach dem neunten ungeschlagenen Spiel erst einmal auf den zweiten Tabellenplatz. Die von Kloses Assistent Javier Pinola betreuten Franken bleiben im Mittelfeld.

„Es war schon anders, natürlich hat unser Trainer gefehlt. Es hat aber gut geklappt mit Dominik Schmitt und Jerome Polenz“, sagte Pinola über seine veränderte Rolle mit den anderen Assistenten.

Der Club macht Druck

Die argentinische Vereinslegende musste aber eine Niederlage kommentieren. „Wir haben eine gute erste Halbzeit gespielt, wir hatten einige klare Torchancen. Letztendlich haben wir nicht den freien Mann gefunden“, sagte Pinola dem TV-Sender Sky. „In der zweiten Halbzeit hat Darmstadt seine Chancen genutzt und wir waren nicht mehr so sauber.“

Nürnbergs Jungstürmer Piet Scobel (m) hat viel Gegenwehr.Uwe Anspach/dpa

Nürnbergs Jungstürmer Piet Scobel (m) hat viel Gegenwehr.Uwe Anspach/dpa

© Uwe Anspach/dpa

Die Nürnberger machten in der ersten Halbzeit erstmal dort weiter, wo sie beim rasanten 3:2 gegen die SV Elversberg, als Klose in der hitzigen Schlussphase mit Gelb-Rot vom Platz flog, vor einer Woche aufgehört hatten. Sie spielten mutig nach vorne und drängten auf das erste Tor.

Marseiler sehenswert zum 2:0

Der erst 18 Jahre alte Startelfdebütant Eric Porstner, der den gesperrten Berkay Yilmaz als Linksverteidiger ersetzte, war bei seinem Abschluss (22.) noch zu zaghaft. Kein Vergleich zum anderen Youngster Piet Scobel, der jedoch Stürmer ist und eine Woche zuvor zweimal für den FCN erfolgreich gewesen war. Julian Justvan (44.), einst selbst ein halbes Jahr in Darmstadt aktiv, zwang SVD-Keeper Marcel Schuhen zu einer Topreaktion.

Ein verunglückter Klärungsversuch von Fabio Gruber vor die Füße von Akiyama brachte den Club in Rückstand. Nach einer eigenen Nürnberger Ecke verlor als letzter Feldspieler Justvan ein Laufduell mit Marseiler, der cool mit einem Heber verwandelte. „Es war einfach unglücklich. Wir haben die Tore nicht gemacht, Darmstadt hat seine Chancen genutzt“, kommentierte Justvan.

Torschützen unter sich: Hiroki Akiyama (l) und Luca Marseiler.Uwe Anspach/dpa

Torschützen unter sich: Hiroki Akiyama (l) und Luca Marseiler.Uwe Anspach/dpa

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