Sylter Reederei sagt AfD-Veranstaltung auf Raddampfer ab
Nach Protesten der Sylter Gemeinde wird eine geplante AfD-Veranstaltung auf dem Raddampfer „Freya“ in Kiel nicht stattfinden. Die Partei kritisierte den Druck auf die Reederei als „undemokratisch“.
Die Reederei vermiete ihre Schiffe nach eigenen Angaben seit mehr als 75 Jahren ausschließlich nach geschäftlichen Kriterien. (Archivbild)picture alliance / dpa
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Die Sylter Reederei Adler Schiffe hat einen geplanten Bürgerdialog der AfD-Bundestagsfraktion auf einem Raddampfer in Kiel abgesagt. „Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen wird die geplante Fahrt mit der „Freya“ am 13.06.2026, wie bereits angekündigt, nicht stattfinden“, teilte die Reederei mit. Gründe wurden nicht genannt.
Die Reederei vermiete ihre Schiffe seit mehr als 75 Jahren ausschließlich nach geschäftlichen Kriterien, verteidigte das Unternehmen die ursprüngliche Buchung. Eine politische, religiöse oder weltanschauliche Positionierung werde nicht vorgenommen.
Zuvor hatte es in der Sylter Gemeinde Widerstand gegen die geplante Veranstaltung gegeben. Nach Angaben des „Flensburger Tageblatts“ beschloss der Hauptausschuss der Gemeinde am Dienstagabend einstimmig, den Reeder zu bewegen, die Vermietung zu verhindern. Wie ein Sprecher der Gemeinde mitteilte, sei die Bürgermeisterin beauftragt worden, ein Gespräch mit dem Inhaber der Reederei zu führen.
Der AfD-Bundestagsabgeordnete Kurt Kleinschmidt bezeichnete den Druck auf die Reederei indes als „in höchstem Maße undemokratisch“. Die Einflussnahme komme einem Boykottaufruf gleich, erklärte er dem „Flensburger Tageblatt“.
Die schleswig-holsteinische AfD-Bundestagsabgeordnete Kerstin Przygodda sagte der dpa, der mediale und politische Druck auf die Reederei zeuge von einem „zutiefst undemokratischen Geist“. Allein um das Unternehmen zu schützen, habe sich die AfD inzwischen dazu entschieden, die Veranstaltung abzusagen, sagte sie.