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Staatskanzleichef: Auftritt von Rapper in Erfurt prüfen

Thüringens Staatskanzleichef Stefan Gruhner erinnert an die Opfer des Massakers der Hamas vom 7. Oktober 2023. Dabei appellierte er an Veranstalter, den Auftritt des Rappers Dahabflex zu prüfen.

Von dpa

07.10.2026

Thüringens Staatskanzleichef Stefan Gruhner (CDU) kritisierte einen geplanten Auftritt des Berliner Rappers in Erfurt. (Archivbild)Jacob Schröter/dpa

Thüringens Staatskanzleichef Stefan Gruhner (CDU) kritisierte einen geplanten Auftritt des Berliner Rappers in Erfurt. (Archivbild)Jacob Schröter/dpa

© Jacob Schröter/dpa

Mit Blick auf die Zunahme antisemitischer Vorfälle hat Thüringens Staatskanzleichef Stefan Gruhner den geplanten Auftritt des Rappers Dahabflex in Erfurt kritisiert. Dieser sei bereits mit positiven Bezügen zur Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) aufgefallen, sagte Gruhner. Die PFLP wurde von der EU als Terrororganisation eingestuft. 

Appell an Veranstalter

Für ihn persönlich sei mit Auftritten solcher Künstler eine Grenze überschritten. „Sprache bleibt nicht folgenlos. Wenn militante Gewalt verharmlost wird, wenn sie geradezu ästhetisiert wird, wenn terroristische Organisationen positive Bezugspunkte sind, dann geht das nicht“, sagte Gruhner. Die Kunst- und Kulturfreiheit schütze nicht alles. 

Der Rapper soll Mitte Oktober in einem Club in Erfurt auftreten. Gruhner appellierte an die Veranstalter, „sorgsam und genau zu überlegen“, ob solche Veranstaltungen durchgeführt werden. 

Der Staatskanzleichef erinnerte in einer Regierungsbefragung im Thüringer Landtag an den Jahrestag des Massakers der Hamas am 7. Oktober 2023, bei dem 1.200 Menschen getötet und 251 in den Gazastreifen verschleppt wurden.

Wendepunkt für Jüdinnen und Juden

Gruhner nannte die Tat einen „barbarischen Terrorakt“. Es sei der schwerste terroristische Angriff auf jüdisches Leben seit der Shoah gewesen. Dieser Tag sei für Jüdinnen und Juden in Deutschland ein Wendepunkt gewesen. Es habe zwar viel Solidarität gegeben, aber auch eine Zunahme von antiisraelischem Antisemitismus. Der 7. Oktober habe deutlich gemacht, dass Antisemitismus nicht nur eine Frage des politischen Lagers sei, sagte Gruhner. 

Die Landtagssitzung begann am Mittwoch mit einem Gedenken an die Opfer des Massakers.