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Partyspiel „Dito!“ ist das Spiel des Jahres 2026

Eine Rekordzahl an Neuheiten und ein ungewöhnlicher Sieger: Was Jury und Experten an „Dito!“ überzeugt – und was an dem Spiel für ganz verschiedene Altersgruppen so besonders ist.

Von dpa

12.07.2026

Die begehrte Auszeichnung „Spiel des Jahres“ geht 2026 an den indonesischen Spiele-Entwickler Martin Ang. Carsten Koall/dpa

Die begehrte Auszeichnung „Spiel des Jahres“ geht 2026 an den indonesischen Spiele-Entwickler Martin Ang. Carsten Koall/dpa

© Carsten Koall/dpa

Das „Spiel des Jahres“ 2026 ist „Dito!“. Die Auswahl an Spiele-Neuheiten, die die Jury zu bewerten hatte, war so groß wie nie. Am Abend zeichnete sie in Berlin das jüngste Brettspiel des Spiele-Autors Martin Ang (Game Factory) mit dem auch international renommierten Preis aus. Er ist der erste Preisträger aus Indonesien. 

In dem Party-Wortspiel geht es darum, Assoziationen der Mitspieler zu erahnen. Zu einer Oberkategorie denken sich alle Mitspieler Begriffe aus und tragen diese in eine Art Bingo-Tableau ein. Übereinstimmungen mit den Mitspielern geben Punkte. Wer am Schluss die meisten davon hat, gewinnt. 

Laut der Jury-Begründung bietet „Dito!“ die Möglichkeit, die Mitspieler besser kennenzulernen. „Wissen ist nicht gefragt, sondern Verständnis für die Sicht der anderen - und ein taktisches Gespür für die beste Platzierung der Begriffe.“ Es sei ein Spiel, das in verschiedenen Altersgruppen funktioniert und auch mit Spielern, die sich gar nicht kennen, wie ein Jurymitglied erläuterte. 

In Berlin wurde der Preis „Spiel des Jahres“ in drei Kategorien verliehen. Carsten Koall/dpa

In Berlin wurde der Preis „Spiel des Jahres“ in drei Kategorien verliehen. Carsten Koall/dpa

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Die zentrale Frage des Spiels laute: „Was werden die anderen denken?“, sagte der Spieleforscher Jens Junge der Deutschen Presse-Agentur. „Seine größte Stärke ist die positive Tischdynamik. Es erzeugt Lachen, Gespräche und das Gefühl, sich gegenseitig besser zu verstehen“, so der Leiter des Instituts für Ludologie (Spielwissenschaft) in Berlin. 

„Es zeigt damit, dass ein Brettspiel durch gepflegte Gemeinschaft statt durch komplexe Regeln fesseln kann und vielleicht so manchen politischen Hitzköpfen verschrieben werden könnte.“ 

Harte Konkurrenz beim Hauptpreis

Im Rennen um den renommierten Preis setzte sich der indonesische Sieger gegen die ebenfalls nominierten Spiele „Cozy Sticker Ville“ (Autor: Corey Konieczka/Verlag: Unexpected Games) und „Morty Sorty Magic Shop“ von Markus Slawitscheck (Schmidt Spiele) durch. 

Der österreichische Spiele-Erfinder Slawitscheck gilt als einer der Jungstars der Branche: Den Preis „Kennerspiel des Jahres“ erhielt er 2023, den für das „Kinderspiel des Jahres“ 2024 - der Hauptpreis fehlt ihm nun noch. 

Spiele-Autor Reiner Knizia hat für „Rebirth“ die Auszeichnung in der Kategorie „Kennerspiel des Jahres“ gewonnen.  Carsten Koall/dpa

Spiele-Autor Reiner Knizia hat für „Rebirth“ die Auszeichnung in der Kategorie „Kennerspiel des Jahres“ gewonnen. Carsten Koall/dpa

© Carsten Koall/dpa

Als „Kennerspiel des Jahres“, das Menschen mit etwas mehr Spielerfahrung ansprechen soll, wurde „Rebirth“ des deutschen Spiele-Entwicklers Reiner Knizia (Frosted Games/Mighty Boards) ausgezeichnet. Der Preis wird erst seit 2011 vergeben. 

Eine kleine Sensation beim „Kennerpreis des Jahres“

Knizia, der seit langem Spiel um Spiel entwickelt und schon allein durch die Vielzahl seiner Spielideen international einen Namen hat, gelang damit das sogenannte Triple. Das ist mindestens eine kleine Sensation in der Spiele-Szene. Der studierte Mathematiker hat bereits 2008 gleich zwei Auszeichnungen bekommen: „Keltis“ wurde das „Spiel des Jahres“ und „Wer war’s?“ das „Kinderspiel des Jahres“. 

Damit war er der erste Spiele-Autor mit zwei Auszeichnungen in einem Jahr. Jetzt hat er noch eins draufgelegt: Mit der Auszeichnung für das „Kennerspiel des Jahres“ hat er als erster Preisträger überhaupt die Auszeichnungen in allen drei Kategorien bekommen. 

Knizia, der bei solchen Gelegenheiten üblicherweise verkleidet auftritt, kam diesmal stilecht mit Schottenrock auf die Bühne - schließlich spielt „Rebirth“ in Schottland und Irland. „Die Zivilisation zerfällt, aber irgendwann besinnen sich die Leute auf die alten Werte“, sagte er über seine Spiele-Idee. 

In „Rebirth - Aufbruch in eine neue Zeit“ geht es darum, die Zivilisation wieder aufzubauen, die durch mehrere Katastrophen zerstört wurde. „Ich bin Naturwissenschaftler. Ich bin nicht der große Storyteller. Ich versuche es, auf das Wenige zu reduzieren“, sagte Knizia über sein Spiel. Sein Anliegen sei, möglichst viele Leute zu erreichen.

Für das Kennerspiel waren außerdem „Boss Fighters QR“ von Michael Palm und Lukas Zach (Pegasus Spiele) sowie „Moon Colony Bloodbath“ (Donald X. Vaccarino/Alea) nominiert. 

Spiele-Autor Florian Sirieix erhielt die Auszeichnung in der Kategorie „Kinderspiel des Jahres 2026“ für „Die Insel der Mookies“.Carsten Koall/dpa

Spiele-Autor Florian Sirieix erhielt die Auszeichnung in der Kategorie „Kinderspiel des Jahres 2026“ für „Die Insel der Mookies“.Carsten Koall/dpa

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„Die Insel der Mookies“ gewinnt bei den Spielen für Kinder 

Den Preis „Kinderspiel des Jahres“ 2026 hat „Die Insel der Mookies“ des französischen Spiele-Autors Florian Sirieix (Kosmos/Scorpion Masqué) erhalten. Eher ungewöhnlich: Es ist ein Spiel für nur zwei Personen. 

Ebenfalls nominiert waren „Buh Party“ (Florian Sirieix und Benoit Turpin/ Loki) und „Verflixt verzaubert“ (Thomas Dagenais-Lespérance/Game Factory).

Der Verein „Spiel des Jahres“ vergibt den Hauptpreis seit mehr als 45 Jahren. Die Jury wählte die Preisträger in allen drei Kategorien diesmal aus einer Rekordzahl von 571 Neuerscheinungen aus.

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