Spediteure stehen trotz Tankrabatts unter Druck
Die Steuersenkung hilft der Branche zwar. Zugleich führt sie zu Preisschwankungen. Der Bundesverband Spedition und Logistik spricht sich für langfristige Entlastungen aus.
Deutsche Spediteure fordern langfristige Entlastungen. (Archivbild) Sascha Thelen/dpa
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Deutsche Spediteure stehen trotz des Tankrabatts unter Druck. Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Spedition und Logistik (DSLV), Frank Huster, sagte, die Energiesteuersenkung sei „grundsätzlich ein richtiger Schritt“, wirke aber nur befristet und deshalb begrenzt. Nachteilig an kurzfristigen Eingriffen sei zudem, dass sie zu Preisschwankungen führten, weil Kraftstoffpreise und Transportpreise über Klauseln gekoppelt seien.
Huster sagte während einer Mitgliederversammlung in Hamburg, die Branche stehe „erheblich unter Druck, weil sie halt unter einem extremen Kostenzuwachs leidet“. Gründe seien außer hohen Tankkosten Ausgaben während der Transformation zur CO2-Neutralität, Personalkosten und internationale Verwerfungen, die die Zollabwicklung erschwerten.
DSLV-Präsident Axel Plaß sagte: „Ob Ölpreisexplosion oder Niedrigwasser: Die Politik konzentriert sich zu sehr auf kurzfristige Entlastungen, anstatt die strukturellen Probleme entschlossen anzugehen.“ Wachstumsimpulse kämen überwiegend aus internationalen Märkten. Der deutsche Transportmarkt leide unter der schwachen Konjunktur. Plaß sprach sich für einen schnellen Ausbau der öffentlichen Elektro-Ladeinfrastruktur für Lastwagen aus.
Als Reaktion auf hohe Tankpreise hatte die Bundesregierung Anfang Oktober eine Steuersenkung auf Diesel und Benzin bis Jahresende eingeführt. Anschließend will die Regierung einen Preisdeckel einführen.
Verband beklagt Doppelbelastung
Der DSLV beklagt allgemein eine Doppelbelastung: Die Mitgliedsunternehmen zahlten zweifach wegen des nationalen Zertifikatehandels für Emissionen im Verkehr und der Lkw-Maut, die sich auch nach den CO2-Emissionen richtet. Huster spricht sich dafür aus, dass der nationale Zertifikatehandel im Verkehr ausgesetzt wird, bis das System 2028 auf die EU ausgeweitet wird.
Der DSLV aus Berlin repräsentiert nach eigenen Angaben die Interessen der 2.500 führenden deutschen Speditions- und Logistikbetriebe. Nach Verbandsangaben sind in der Branche 600.000 Beschäftigte tätig.