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Spargelernte nach Ostern - Was Genießer jetzt wissen müssen

Frostige Temperaturen in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt haben den Start der Spargelsaison ausgebremst. Richtig losgehen soll es erst nach Ostern. Auf was sollten Spargelfans beim Kauf achten?

Von dpa

03.04.2026

In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen geht die Spargel-Saison bald richtig los. (Symbolfoto)Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen geht die Spargel-Saison bald richtig los. (Symbolfoto)Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

© Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Spargelfans können schon mal Schäler und Rezeptbuch bereithalten, denn in Kürze startet in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen die Ernte. Vereinzelt werden schon Stangen gestochen, doch frostige Nächte haben das Königsgemüse im Boden ausgebremst. Richtig losgehen soll es daher erst nach Ostern. Was Genießer zum Start der Spargelzeit in Mitteldeutschland wissen müssen.

Wo gibt es den ersten Spargel?

Vereinzelt gibt es schon die ersten gestochenen Spargelstangen - etwa im Altenburger Land in Ostthüringen. Doch so richtig geht es mit der Ernte wohl erst nach Ostern los. „Ich gehe aktuell davon aus, dass wir vielleicht um den 10. April mit Spargel rechnen können. Aber da muss der Wettergott mitspielen“, sagt René Heidig vom Nieschützer Spargelhof in Sachsen. Grund seien die kalten Nächte, der Boden brauche noch, bis er aufgewärmt sei. Im thüringischen Kutzleben rechnet Geschäftsführer Jan-Niclas Imholze ebenfalls mit einem Erntebeginn in der Woche nach Ostern. So sieht es auch Patrick Wolter, Geschäftsführer Agrargenossenschaft Hohenseeden/Parchen in Sachsen-Anhalt. Die Nächte seien noch zu kalt, die Wärme tagsüber gehe im Boden so schnell wieder verloren.

Jürgen Schulze vom Verband der ostdeutschen Spargel- und Beerenobstbauern ordnet ein: „Die ersten Stangen sind auf leichten Böden sicherlich schon gestochen.“ Es komme auf Boden, Standort - etwa Hanglage - Sorte und Anbauart an. Auch seiner Einschätzung nach wird die Ernte vielerorts erst nach Ostern beginnen.

Welcher Spargel liegt im Trend?

Der helle Bleichspargel ist weiterhin der Klassiker und Renner bei den Kunden, wie mehrere Spargelbauern berichten. Imholze im thüringischen Kutzleben sagt, dass die Nachfrage nach grünem Spargel in den vergangenen Jahren jedoch gewachsen ist. „Der ist easy zu händeln, den kann man auf den Grill legen und hat vermeintlich einen nicht so hohen Zubereitungsaufwand“, so Imholze. Anders als weißer Spargel wird grüner Spargel meist nicht geschält - und oft auf dem Grill, in der Pfanne oder im Ofen zubereitet.

Wie erkenne ich frischen Spargel?

Tipp der Spargel-Profis: Quietschtest. „Man reibt zwei Spargelstangen aneinander und wenn da ein leichtes Quietschgeräusch zu hören ist, ist das immer ein gutes Indiz dafür, dass der Spargel wirklich frisch ist“, erklärt Heidig. Man sehe es auch an den Schnittstellen - sind diese noch feucht, ist der Spargel frisch. Schulze betont, dass Frische das Wichtigste überhaupt ist, beim Spargel. Eine sichere Bank sei da der Kauf direkt beim Erzeuger.

Was kostet Spargel dieses Jahr?

Beim Preis halten sich die angefragten Spargelbauern zurück. Standardware dürfte bei etwa 13 bis 14 Euro liegen, heißt es von Wolter in Sachsen-Anhalt. Es werde aber auch Ware ab sechs Euro am Stand geben. Es kommt eben darauf an: Dünner Spargel ist in der Regel günstiger als dicker, Bruchspargel kostet weniger als ganze Stangen. Heidig weist darauf hin, dass der Preis von vielen Faktoren abhängt - etwa Erntebeginn und Marktlage. 

Auf welche Spargelgerichte schwören die Spargel-Experten?

Heidig aus Sachsen, Imholz aus Thüringen und Verbandschef Schulze sind bei der Zubereitung ihres Spargels Puristen - nicht zu viele Zutaten, weniger ist mehr. „Bleichspargel wird aus meiner Sicht gerne zwölf Minuten gedünstet und mit einer Kartoffel, ein bisschen Butter und einer Scheibe Zunge auf dem Teller darf der ruhig fast durchgekocht sein“, findet Heidig. Beim grünen Spargel sei es anders: Der dürfe in einer Pfanne mit Olivenöl und Tomate geschwenkt werden, dazu Pfeffer und Salz. Viel mehr brauche es aber auch bei dieser eher mediterranen Zubereitungsart nicht. Für Schulze muss der Spargel „Al dente“ sein - also bloß nicht verkocht. Das sei aber Geschmackssache - er kenne auch Leute, die ihn ganz weich auf dem Teller wollen. 

Imholz empfiehlt grünen Spargel angebraten in der Pfanne - mit Balsamico und Schinken und weißen Spargel mit Butter und Kartoffeln, dazu ein Schnitzel. „Das Schöne ist: Der Spargel ist multifunktional - ob vegan, vegetarisch oder auch mit Fleisch, je nachdem, wie man ihn möchte, schmeckt er eigentlich allen.

Den ersten Spargel gibt es mancherorts bereits. Doch die Hauptsaison startet wohl erst nach Ostern. (Archivbild)Peter Gercke/dpa

Den ersten Spargel gibt es mancherorts bereits. Doch die Hauptsaison startet wohl erst nach Ostern. (Archivbild)Peter Gercke/dpa

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