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Sorge um Pfälzer Storch „Rocky“

Der „Bruchpilot“ vom Freinsheimer Kirchendach ist Ende Juli in den Süden gestartet. Jetzt fragen sich Tierfreunde, die seine Flugroute über eine App verfolgen, was mit ihm los ist.

Von dpa

20.09.2026

Tausende von Kilometern legen Störche auf dem Weg von Deutschland in ihr Winterquartier zurück - bis nach  Spanien oder auch Afrika. Viele überleben den Aufenthalt nicht. (Symbolbild) Boris Roessler/dpa

Tausende von Kilometern legen Störche auf dem Weg von Deutschland in ihr Winterquartier zurück - bis nach Spanien oder auch Afrika. Viele überleben den Aufenthalt nicht. (Symbolbild) Boris Roessler/dpa

© Boris Roessler/dpa

Einer der bekanntesten Störche der Pfalz, „Rocky“ aus Freinsheim, ist wenige Wochen nach seinem Aufbruch Richtung Süden vermutlich schon gestorben. Wie das Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur bestätigte, ist der Kontakt zu „Rocky 122798 AHW 96“ abgebrochen. 

Zuletzt hatte sich das Tier, das als einziges von ursprünglich vier Jungen überlebt hatte und dessen Aufwachsen von Tausenden Nutzern über eine Storchenkamera verfolgt worden war, in Spanien aufgehalten. Die Daten dazu stammten von einem Sender-Ring, den „Rocky“ vom Storchenzentrum Bornheim erhalten hatte.

Dass einfach nur die Ladekapazität der Batterie überschritten ist, scheint den Wissenschaftlern unwahrscheinlich: „Bei den letzten beiden Kontakten, die wir mit diesem Sender hatten - am 20. August um 20.00 und um 22.00 Uhr - war die Batterie gut gefüllt, und der Sender arbeitete wie er soll“, sagte Wolfgang Fiedler, Leiter der Zentrale für Tiermarkierungen am Max-Planck-Institut in Radolfzell. „Wir können nur spekulieren, dass der Vogel einen Unfall hatte, bei dem der Sender zerstört wurde.“ Das letzte Lebenszeichen stammte aus der 1.200 Kilometer entfernten Provinz Saragossa am Fluss Ebro.

Geringe Chancen, dass er wieder auftaucht

Dort in der Gegend gebe es einige Strommasten und es sei möglich, dass es beim Aufsuchen des Schlafplatzes auf einem dieser Masten zu einem Stromschlag kam, dem sowohl Sender als auch Storch zum Opfer fielen, sagte Fiedler. „Das ist aber eine Spekulation, wir haben keine Informationen von vor Ort.“ Deshalb sei der Vogel auch noch im „Animal Tracker“ enthalten. Der Verhaltensbiologe räumte jedoch auch ein, dass die Chancen inzwischen „nicht mehr sehr groß sind, dass der Vogel einfach nur in einem Funkloch sitzt und plötzlich wieder auftaucht“.

Ein Bild aus dem Sommer aus der Storchenkamera in Freinsheim: Damals war eines der Küken vermutlich gestorben, weil es Plastik gefressen hatte. (Archivbild)Handout / Berlin/Storchenkamera Freinsheim/dpa

Ein Bild aus dem Sommer aus der Storchenkamera in Freinsheim: Damals war eines der Küken vermutlich gestorben, weil es Plastik gefressen hatte. (Archivbild)Handout / Berlin/Storchenkamera Freinsheim/dpa

© Handout / Berlin/Storchenkamera Freinsheim/dpa

Das Storchenzentrum hatte 150 Störche mit einem Sender-Ring ausgestattet - davon sind bereits 10 gestorben, wie Fiedler weiter berichtete. „Viele an einem Stromschlag.“ Dies sei nach wie vor die häufigste Todesursache für Störche.

„Rocky“ war der letzte von einst vier Nachkommen, die auf dem Dach der Protestantischen Kirche in Freinsheim (Kreis Bad Dürkheim) aufgewachsen waren. Nachdem er zwischenzeitlich abgestürzt, vom Storchenzentrum wieder aufgepäppelt und zurück ins Nest gesetzt worden war, hatten Tausende Tierfreunde Anteil an seinem Schicksal genommen. Allein im Juli hatte Florian Graus von der Storchenkamera Freinsheim nach eigenen Angaben knapp 43.600 Zugriffe auf die Kamera verzeichnet.

„Rocky“ war im Sommer aus einer Dachrinne der Protestantischen Kirche in Freinsheim gerettet und später wieder ins Nest gesetzt worden. (Archivbild) Marie-Louise Wiesenbach/privat/dpa

„Rocky“ war im Sommer aus einer Dachrinne der Protestantischen Kirche in Freinsheim gerettet und später wieder ins Nest gesetzt worden. (Archivbild) Marie-Louise Wiesenbach/privat/dpa

© Marie-Louise Wiesenbach/privat/dpa

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