Solarflugzeug hebt in Cochstedt erstmals ab
Ein nur 138 Kilogramm leichtes Solarflugzeug hat in Cochstedt seinen ersten Test bestanden. Künftig soll es bis zu 20 Kilometer hoch fliegen und neue Technik erproben.
Das unbemannte Solarflugzeug HAP-alpha beim Erstflug am Flughafen Cochstedt.Leon Jakobs/DLR/dpa
© Leon Jakobs/DLR/dpa
Ein extrem leichtes, unbemanntes Solarflugzeug des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat am Flughafen Cochstedt seinen ersten Testflug absolviert. Das Flugzeug mit dem Namen HAP-alpha war rund 70 Minuten in der Luft und erreichte dabei eine Höhe von bis zu 180 Metern über Grund, wie das DLR mitteilte.
Testflug in geringer Höhe
Der Flug am nationalen Erprobungszentrum für unbemannte Luftfahrtsysteme diente dazu, die grundsätzliche Flugtauglichkeit der als Höhenplattform bezeichneten Maschinen und verschiedene Manöver zu testen. Die Ergebnisse sollen nun ausgewertet werden, bevor ein weiterer Flug in geringer Höhe geplant wird.
HAP-alpha hat eine Flügelspannweite von 27 Metern, wiegt aber nur 138 Kilogramm. Wegen ihrer extremen Leichtbauweise reagiert die Maschine besonders empfindlich auf Turbulenzen. Für den Erstflug durfte die Windgeschwindigkeit deshalb nicht höher als ein Meter pro Sekunde sein. Gesteuert wurde das Flugzeug von einem Kontrollzentrum aus. Für Notfälle stand zudem ein Sicherheitspilot am Rollfeld bereit.
Ziel sind Flüge bis 20 Kilometer Höhe
Langfristig soll HAP-alpha in Höhen von bis zu 20 Kilometern fliegen und dort Technik für die Erdbeobachtung und Kommunikation unter realen Bedingungen erproben. Dazu gehören unter anderem ein hochauflösendes Kamerasystem und ein Radarsystem. Das DLR will mit dem Projekt Erfahrungen mit leistungsfähigen, rein solarbetriebenen Höhenplattformen sammeln.
Nach Abschluss weiterer Tests sind Flüge in größeren Höhen über sehr dünn besiedelten Gebieten oder über dem Meer geplant. An Entwicklung und Bau der Plattform sowie der Bodensysteme waren nach DLR-Angaben 16 Institute und Einrichtungen beteiligt.