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Schwiegervater getötet - Lebenslange Haft

Ein 52-Jähriger kommt vor Gericht, weil er seine demenzkranke Ehefrau und seinen 92 Jahre alten Schwiegervater misshandelt haben soll. Der Mann bestreitet das. Nun spricht ein Gericht sein Urteil.

Von dpa

05.11.2026

Am Landgericht in Potsdam ist ein Mordprozess gestartet. Wilhelm Pischke/dpa

Am Landgericht in Potsdam ist ein Mordprozess gestartet. Wilhelm Pischke/dpa

© Wilhelm Pischke/dpa

Nach dem gewaltsamen Tod seines Schwiegervaters hat das Landgericht Potsdam einen Mann aus Michendorf wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Das teilte eine Gerichtssprecherin mit. Das Gericht sprach den Angeklagten demnach unter anderem auch wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen, gefährlicher Körperverletzung und Freiheitsberaubung schuldig. Neben dem 92 Jahre alten Mann hat der Angeklagte nach Überzeugung des Gerichts auch seine demenzkranke Ehefrau misshandelt.

Angeklagter wies Vorwürfe vehement zurück

Der Deutsche wies die Vorwürfe zum Prozessbeginn im September vehement zurück. Der Umgang mit seinem Schwiegervater sei grundsätzlich liebevoll und respektvoll gewesen, schilderte der 52-Jährige damals. Es habe zwar verbale Auseinandersetzungen gegeben, körperliche Übergriffe hätten jedoch nicht stattgefunden.

Die Staatsanwaltschaft Potsdam warf ihm jedoch erhebliche, zum Teil schwerste Misshandlungen seiner höchstgradig pflegebedürftigen Angehörigen vor. Er soll die Menschen, die ihren Tagesablauf nicht mehr allein bewältigen konnten und die von ihm abhängig waren, mit Schlägen, Tritten und menschenverachtenden Beschimpfungen gequält haben.

Laut Anklage keine angemessene Pflege

Der Angeklagte lebte gemeinsam mit seiner dementen Frau und dem Schwiegervater in einem Wohnhaus in Wilhelmshorst (Landkreis Potsdam-Mittelmark). Laut Staatsanwaltschaft stellte der Angeklagte keine adäquate Pflege für beide bereit. Der 92-Jährige starb schließlich laut Anklage mit multiplen Verletzungen im vergangenen Januar.

Für den Prozess waren zunächst Prozesstage bis Anfang Dezember angesetzt. Wie das Gericht mitteilte, wurde nun früher als zunächst gedacht eine Entscheidung verkündet. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

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