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Schutz vor Angriffen in Haft - mehr Geld und Spezial-Schals

Die Arbeit im Gefängnis ist herausfordernd - und teils gefährlich. Um Beschäftigte vor Gewalt von Häftlingen zu schützen, testet die Justiz auch Kleidungsstücke.

Von dpa

22.04.2026

In der Justizvollzugsanstalt Moabit wird der Einsatz sogenannter stichsicherer Schals erprobt. (Archivbild) Soeren Stache/dpa

In der Justizvollzugsanstalt Moabit wird der Einsatz sogenannter stichsicherer Schals erprobt. (Archivbild) Soeren Stache/dpa

© Soeren Stache/dpa

Mit zusätzlichem Geld und speziellen Kleidungsstücken sollen Beschäftigte in den Berliner Gefängnissen besser vor Gewalt von Häftlingen geschützt werden. Den Vollzugsanstalten wurden jeweils 10.000 Euro zusätzlich zur Verbesserung der Schutzausrüstung zur Verfügung gestellt, wie die Senatsjustizverwaltung auf Anfrage mitteilte. 

Zudem werde derzeit ein „stichsicherer Schal“ von einigen Bediensteten im Gefängnis Moabit getestet. Aufgrund von deren Erfahrungen soll entschieden werden, ob solche Schals künftig generell zur Ausrüstung gehören sollen, wie es hieß. 

Zu der gehören derzeit unter anderem Westen, Handschuhe, Helme und Schutzschilde, die insbesondere bei planbaren Einsätzen genutzt werden, wenn mit Gewalt von Insassen gerechnet wird. Um schnell bei Übergriffen reagieren zu können, haben die Bediensteten unter anderem Funkgeräte, um schnell Kolleginnen und Kollegen zu Hilfe rufen zu können. Bei Angriffen können - je nach Lage - auch Pfefferspray und Hiebwaffen eingesetzt werden. 

Wie es um den Schutz der Bediensteten im Justizvollzug steht, wollen die Rechtsexperten der Fraktionen heute im Rechtsausschuss des Abgeordnetenhauses thematisieren. 

Nach Autobränden besserer Schutz 

Dabei geht es auch um Möglichkeiten der Prävention und Fortbildung für die Beschäftigten in den sieben Haftanstalten des Landes und der Berliner Jugendarrestanstalt. Nach Justizangaben waren Ende des vergangenen Jahres rund 2.740 der 2.930 Stellen besetzt. Nach der Statistik verbüßten insgesamt 8.667 Menschen im Jahr 2025 eine Haftstrafe in Berlin. 

In der Vergangenheit hatten Brände vor und im Umfeld von Berliner Gefängnissen, bei denen Fahrzeuge von Beschäftigten beschädigt oder zerstört wurden, für Schlagzeilen gesorgt. Im März wurden zwei Mitglieder einer bekannten arabischen Großfamilie für einige Fälle zu Haftstrafen verurteilt. Die Justiz hat den Schutz daraufhin erhöht. Bei Spät- und Nachtdiensten sowie an den Wochenenden dürften die Bediensteten laut Verwaltung beispielsweise ihr Fahrzeuge auf dem Anstaltsgelände parken, sofern es der Platz zulässt.

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