Raupe mit kleinen Gifthaaren breitet sich in Hamburg aus
Futter findet die eichenliebende Schmetterlingsart in der Hansestadt genug - und breitet sich immer weiter aus. Manche Plätze in der Hansestadt sind besonders gefährdet - und damit auch die Menschen.
Eine belastbare Übersicht über die betroffenen Baumbestände liegt den Bezirksämtern in Hamburg meist erst nach dem Ende der Eichenprozessionsspinner-Saison im Spätsommer vor. (Symbolbild)Patrick Pleul/dpa
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Eine spezielle Schmetterlingsart breitet sich vielerorts in Deutschland aus und auch in Hamburg werden immer mehr Eichenprozessionsspinner beobachtet. „Es gibt kein Monitoring, aber es sind aktuell mehr Eichenprozessionsspinner als in den letzten Jahren“, sagte ein Sprecher der Hamburger Umweltbehörde der Deutschen Presse-Agentur.
Die Behörden und Bezirksämter behalten die Situation demnach „sehr genau im Blick“. Sobald ein Befall gemeldet wird, prüfen die zuständigen Bezirksämter die Situation vor Ort und priorisieren die Maßnahmen nach einer Risikobewertung.
Nester werden mancherorts in Hamburg entfernt
In besonders sensiblen Bereichen, in denen das Risiko eines direkten Kontakts hoch ist – wie etwa auf Kinderspielplätzen oder an Bushaltestellen –, werden die Nester von Fachbetrieben entfernt, teilte die Behörde mit. „Auf offeneren, weitläufigen Parkflächen wie dem Altonaer Balkon reichen hingegen oft gut sichtbare Absperrungen und Warnhinweise aus, um den Schutz der Passanten zu gewährleisten.“
Grundsätzlich gelte für Menschen im Umfeld markierter Bäume: „Vorsicht walten lassen und die Absperrungen sowie Hinweise unbedingt beachten.“ Das Aufkommen sei in der Hansestadt in diesem Jahr zwar höher als in den Vorjahren, „zugleich aber geringer als in trockeneren Regionen wie beispielsweise Berlin“, sagte der Sprecher.
Eine zentrale Echtzeit-Statistik zur Ausbreitung des Nachtfalters gibt es laut Sprecher nicht. Erst im Spätsommer – also nach dem Ende der Saison der Schmetterlingsart – liege den Bezirksämtern eine belastbare Übersicht über die betroffenen Baumbestände vor. Der Eichenprozessionsspinner trete witterungsbedingt jeden Frühsommer auf.
Futter für die Raupen: Hamburg hat viele Eichen
In der Hansestadt werde seit einigen Jahren ein leichter, aber kontinuierlicher Anstieg des Eichenprozessionsspinners beobachtet, teilte die Behörde mit. Als Eichenstadt biete Hamburg dem Insekt potenziell geeignete Lebensräume; allein im Straßenbaumkataster seien rund 42.000 Stieleichen verzeichnet, hieß es nach früheren Behördenangaben.
Eine detaillierte Aufschlüsselung nach betroffenen Gebieten gebe es nicht, da der Schädling sowohl auf Privatgrundstücken als auch auf öffentlichen Flächen auftreten könne.
Brennhaare können Menschen schaden
Durch den Klimawandel breitet sich die Art laut Umweltverband Nabu auch immer weiter nach Norden aus. Der Eichenprozessionsspinner ist ein graubrauner Nachtfalter, dessen Raupen vor allem im Mai und Juni für den Menschen gefährlich werden können. Die adulten Falter fliegen hauptsächlich im Juli und August.
Sie ernähren sich von den Blättern und Knospen verschiedener Eichenarten. Die mikroskopisch kleinen Brennhaare der Schmetterlingsraupen können beim Menschen stark juckende allergische Hautreaktionen sowie Entzündungen an den Augen hervorrufen.
Auch die oberen Atemwege können betroffen sein. Die Raupen sollte man daher nicht berühren. In Kontakt mit den Brennhaaren können Menschen allerdings auch durch Verwehungen kommen. Ein Kontakt ist aber auch über die Gespinstnester möglich - die Brennhaare können dort bis zu zwölf Jahre überdauern.