Paraguay-Keeper über DFB-Schützen: „Jedes Detail analysiert“
Elfmeter-Paraden, ein Versprechen im Handschuh und ein emotionales Bekenntnis: Wie Paraguays Torhüter Gill Deutschlands Stürmer zur Verzweiflung trieb und seinem Neffen Hoffnung schenkt.
Parierte einen Elfmeter gegen Nick Woltemade: Paraguays Keeper Orlando Gill. Jan Woitas/dpa
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Orlando Gill entschärfte zunächst die Elfmeter von Kai Havertz und Nick Woltemade – und brachte schließlich Jonathan Tah so aus dem Konzept, dass dieser den Ball weit über das Tor in den Abendhimmel von Massachusetts jagte. Mit insgesamt drei vereitelten Strafstößen avancierte Paraguays Torhüter im Sechzehntelfinale der Fußball-WM zum großen Deutschland-Schreck.
Auf die Frage, ob der Erfolg reine Intuition oder akribische Vorbereitung gewesen sei, erklärte der 26-Jährige der Zeitung „ABC“ nach dem 4:3 im Elfmeterschießen gegen Deutschland: „Ich habe jeden Spieler, jeden Aspekt, jedes Detail analysiert, und Gott sei Dank konnte ich zwei Elfmeter halten, was für die Qualifikation entscheidend war.“
In Gedanken beim Neffen: „Schwer krank im Krankenhaus“
Während Zehntausende Fans in Paraguay den Sensationssieg über den viermaligen Weltmeister auf den Straßen feierten, richtete sich der Held des Abends mit einer bewegenden Botschaft an die Heimat. Der als Spieler des Spiels ausgezeichnete Gill enthüllte ein persönliches Familienversprechen, das ihn durch den historischen Abend begleitet hatte – und das er in seinem linken Torwarthandschuh bei sich trug.
„Diese besondere Auszeichnung ist für meinen Neffen, der schwer krank im Krankenhaus liegt. Wir hoffen, dass es ihm bald besser geht, und ich habe ihm versprochen, dass diese Auszeichnung ihm gewidmet sein würde, falls ich zum Spieler des Spiels gewählt würde“, sagte Gill, ohne Details der Krankheit zu nennen.
Gill war da, wenn er gebraucht wurde.Jan Woitas/dpa
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Schon während der regulären Spielzeit und der Verlängerung hatte der Torhüter sein Team mit Paraden gegen Havertz und Woltemade im Spiel gehalten. „Es war wirklich wie in einem Horrorfilm - die Deutschen tauchten einfach überall auf. Ich kann selbst noch kaum glauben, was wir da geschafft haben. Ehrlich gesagt gibt es keine Worte für diesen Moment. Es sind so viele Gefühle“, sagte Gill.