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Neues Feuerbakterium - „Winzer sind in großer Sorge“

In Luxemburg mussten Weinberge wegen des Feuerbakteriums gerodet werden – diese Pufferzonen reichen bis nach Rheinland-Pfalz. Was deutsche Winzer jetzt umtreibt.

Von dpa

01.11.2026

Nach dem Auftreten des Feuerbakteriums in Luxemburg nahe der deutschen Grenze machen sich Winzer Sorgen. (Symbolbild)Harald Tittel/dpa

Nach dem Auftreten des Feuerbakteriums in Luxemburg nahe der deutschen Grenze machen sich Winzer Sorgen. (Symbolbild)Harald Tittel/dpa

© Harald Tittel/dpa

Der Nachweis des sogenannten Feuerbakteriums in Weinbergen in Luxemburg nahe der deutschen Grenze wirkt sich auch auf Rheinland-Pfalz aus. Um die Befallszonen in den luxemburgischen Gemeinden Mertert und Grevenmacher wurden Pufferzonen eingerichtet, die auch Teile in Rheinland-Pfalz im Kreis Trier-Saarburg bei Trier umfassen. 

In den Bereichen der Pufferzonen sind laut Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) einschränkende Maßnahmen zu beachten. Welche genau - das werde in einer Allgemeinverfügung stehen, die Anfang nächster Woche in Kraft trete, sagte eine Sprecherin der ADD in Trier.

„Die Winzer sind in großer Sorge“, sagte der Geschäftsführer des Weinbauverbands Mosel, Maximilian Hendgen. Es handele sich um einen neuen Schadenserreger, „bei dem uns die Erfahrungswerte fehlen“. Er sei potenziell eine große Gefahr: Befallene Rebstöcke seien nicht zu heilen, man müsse sie entfernen. Und es gebe viele anfällige Wirtspflanzen.

In luxemburgischer Moselregion kürzlich aufgetreten

Das Bakterium Xylella fastidiosa war Mitte Oktober an drei Standorten in Weinbergen an Mosel und Sauer in Luxemburg festgestellt worden. Luxemburg reagierte sofort. Die Rodungsarbeiten in den Weinbergen innerhalb der drei Befallszonen seien inzwischen abgeschlossen, teilte ein Sprecher des luxemburgischen Landwirtschaftsministeriums mit.

Weitere potenzielle Wirtspflanzen auf angrenzenden Grundstücken würden noch entfernt. Das Bakterium, das nicht auf Mensch oder Tier übertragbar ist, kann zu deutlichen Schäden im Obst- und Weinbau führen - bis zum Absterben von kompletten Pflanzen in kurzer Zeit.

Die drei Befallszonen in Luxemburg umfassten eine Gesamtfläche von 2,35 Hektar, hieß es. Davon entfalle rund ein Hektar auf Weinberge. Betroffen seien fünf Winzer. Für sie stelle die Situation eine erhebliche Belastung dar. Die wirtschaftlichen Schäden würden entschädigt.

Zuvor Befall nur in Mittelmeerländern

„Das Feuerbakterium ist eine ernsthafte Gefahr für den Wein und eine Vielzahl weiterer Wirtspflanzen“, sagte Bundesagrarminister Alois Rainer (CSU) kürzlich im EU-Agrarrat in Luxemburg. Die Behörden „unserer beiden Länder arbeiten eng zusammen, um eine Ausbreitung des Bakteriums zu verhindern“.

Bisher ist das Feuerbakterium vor allem in Mittelmeerländern festgestellt worden. (Archivbild) Clara Margais/dpa

Bisher ist das Feuerbakterium vor allem in Mittelmeerländern festgestellt worden. (Archivbild) Clara Margais/dpa

© Clara Margais/dpa

Aufgrund des hohen Risikos für den heimischen Obst-, Wein- und Zierpflanzenbau ist das Bakterium in der EU als Quarantäneschädling gelistet. Auf deutscher Seite liefen Beprobungen, sagte die ADD-Sprecherin. Bisher habe es keinen Nachweis des Feuerbakteriums in Rheinland-Pfalz gegeben.

EU-Agrarkommissar Christophe Hansen sagte, die Winzer in Luxemburg seien sehr besorgt. „Es ist in der Tat das erste Mal, dass das Bakterium außerhalb der Mittelmeerländer Italien, Spanien, Frankreich und Portugal nachgewiesen wurde. Daher ist dies ein wichtiges Thema, das unsere Aufmerksamkeit erfordert.“ Erstmals sei das Bakterium in der EU im Jahr 2013 in Olivenplantagen in Italien entdeckt worden. 

Sorge um weitere Entwicklung

Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums in Luxemburg gibt es eine Ungewissheit über die weitere Entwicklung. „Das tatsächliche Ausmaß der Infektion lässt sich erst genauer beurteilen, wenn die Laborergebnisse sämtlicher Proben aus den Pufferzonen vorliegen“, teilte das Ministerium mit. „Sollten weitere Infektionen festgestellt werden, könnten zusätzliche Befalls- und Pufferzonen erforderlich werden.“ 

Insekten übertragen das Bakterium

Das Feuerbakterium kann nach Angaben der ADD vielen Pflanzenarten befallen und erhebliche Schäden beispielsweise an Weinreben, Mandelbäumen und verschiedene Zier- und Wildpflanzen verursachen.

Das Bakterium wird vor allem durch bestimmte Insekten übertragen, die Pflanzensaft aus den wasserleitenden Gefäßen von infizierten Pflanzen aufnehmen. Dazu gehören beispielsweise verschiedene Zikadenarten.