Nach WM-Fiasko: Tunesischer Spieler rechnet mit Verband ab
Tunesiens WM-Traum endet früh. Abwehrspieler Ali Abdi attackiert nach dem 0:4 gegen Japan die Verantwortlichen des Verbandes und entschuldigt sich bei den Fans - aber nicht bei allen.
Enttäuschung pur: Tunesien hat nach dem 0:4 gegen Japan keine Chance mehr auf die K.o.-Phase.Matias Delacroix/AP/dpa
© Matias Delacroix/AP/dpa
Nach zwei völlig verkorksten Auftritten und dem vorzeitigen WM-Aus hat Tunesiens Abwehrspieler Ali Abdi seinem Verband Vorwürfe gemacht. „Wir reisen zu einer Weltmeisterschaft mit Spielern, die noch nie zusammen gespielt haben. Man kann sich nicht auf eine Weltmeisterschaft vorbereiten, indem man nur ein paar Spiele gegen Gegner bestreitet, die sich jahrelang vorbereitet haben. Wir haben keine Zeit, richtig zu arbeiten. Wir reißen jedes Mal alles ab und bauen es neu auf, anstatt die Fehler zu beheben“, schimpfte der Abwehrspieler bei Bein Sports Mena.
🇹🇳 | Ali Abdi en larmes après la défaite 4-0 face au Japon.
— Tounes El Khadra | تونس الخضراء 🌿🇹🇳 (@TounesKhadra) June 21, 2026
« Je m’excuse auprès des supporters tunisiens, pas auprès des gens qui s’amusent à sortir des informations à droite à gauche. Ce n’est pas dans l’intérêt du pays. Nous n’avons pas le temps de travailler, on casse tout… pic.twitter.com/6hG2CXGXOD
Auf das 1:5-Fiasko im Auftaktspiel gegen Schweden folgte ein ebenso deprimierendes 0:4 gegen Japan. „Wenn man sich die japanischen Spieler ansieht, sind sie dieselbe Mannschaft wie 2022, während wir unsere Mannschaft bei jedem Turnier ausgetauscht haben“, bemängelte der Verteidiger. Mehrfach wischte sich Abdi Tränen aus dem Gesicht.
Abdi: „Ich entschuldige mich“
Tunesien, das mit großen Ambitionen angereist war und erstmals in seiner Geschichte die K.o.-Phase erreichen wollte, hat sich zur Schießbude der WM entwickelt. „Ich entschuldige mich bei den tunesischen Fans. Nicht bei den Leuten, die sich damit vergnügen, Informationen nach links und rechts weiterzugeben. Das ist nicht im Interesse des Landes“, sagte Abdi weiter.
Vorwürfe einer unprofessionellen Einflussnahme des Verbandes auf den Trainerwechsel während der WM gepaart mit Berichten über falsches Verhalten einiger Spieler hatten rund um das Turnier für ein vergiftetes Klima gesorgt. Die Tunesier hatten sich nach dem ersten Spiel von Sabri Lamouchi getrennt und kurzfristig Hervé Renard als Coach verpflichtet.