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Nach Angriff beim CSD: Mahnwache in Erfurt für Opfer

Ein Van fährt beim Berliner CSD in eine Menschenmenge, eine Frau stirbt. Rund 400 Menschen haben bei einer Mahnwache in Erfurt der Opfer gedacht und Solidarität mit der queeren Community gezeigt.

Von dpa

26.07.2026

Nach dem tödlichen Angriff beim Berliner CSD haben rund 400 Menschen in Erfurt der Opfer gedacht.Bodo Schackow/dpa

Nach dem tödlichen Angriff beim Berliner CSD haben rund 400 Menschen in Erfurt der Opfer gedacht.Bodo Schackow/dpa

© Bodo Schackow/dpa

Nach dem tödlichen Angriff beim CSD in Berlin gedenkt die queere Community in Thüringen bei einer Mahnwache in Erfurt der Opfer. Thüringer Linke-Politiker verurteilten die Tat und riefen zum Schutz queerer Menschen auf.

Zu der Mahnwache um 18.00 Uhr am Erfurter Hauptbahnhof rief das Bündnis aller Thüringer CSDs in den sozialen Medien auf. Rund 400 Menschen kamen nach Polizeiangaben zusammen. Damit solle Raum für gemeinsames Gedenken, Trauern und Solidarität geschaffen werden, hieß es.

Am späten Samstagabend war ein Auto am Rande des Berliner CSD in eine Menschenmenge gefahren. Die Behörden hatten nach dem Angriff nach dem 21-jährigen Abdul B. gefahndet, der mehr als ein Dutzend Menschen mit einem Van angefahren haben soll. Eine Frau wurde so schwer verletzt, dass sie starb. Der Tatverdächtige, der den Angaben der Polizei zufolge polizeibekannt war und der islamistischen Szene in Berlin zugerechnet wurde, wurde am Sonntag bei einem Polizeieinsatz in Berlin getötet.

Ministerpräsident zeigt sich erschüttert

Auch Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) zeigte sich erschüttert. „Der Anschlag auf den Christopher Street Day in Berlin erschüttert mich zutiefst. Meine Gedanken sind bei dem Opfer, allen Verletzten sowie ihren Angehörigen. Wer friedlich für Freiheit, Respekt und ein gutes Miteinander zusammenkommt, darf niemals Ziel von Hass und Gewalt werden“, erklärte Voigt.

Die Landesvorsitzenden der Thüringer Linken, Katja Maurer und Ralf Plötner, sowie der Linke-Landtagsfraktionschef Christian Schaft zeigten sich fassungslos und erschüttert von der Tat. Ihre Gedanken seien bei den Opfern, Verletzten und Angehörigen, hieß es in einer Mitteilung. 

Schutz von CSD ist gesellschaftliche Pflicht

Die Politiker betonten, die CSD-Veranstaltungen stünden für Freiheit, Selbstbestimmung und gleiche Rechte für alle Menschen. Seit Jahren würden sie aus rechten oder fundamentalistisch-religiösen Kreisen bedroht, diffamiert oder angegriffen. Die queere Community und Demonstrationen wie den CSD zu schützen, sei eine politische und gesellschaftliche Pflicht.

Auch der Thüringer Bundestagsabgeordnete und Vizepräsident des Bundestags, Bodo Ramelow (Linke), sprach sein Mitgefühl aus und wünschte den Verletzten eine schnelle Genesung. Er sprach von einem „Anschlag auf eine offene Welt“. Der Regenbogen sei ein starkes Symbol für Freiheit, der CSD Ausdruck von Vielfalt. Er rief dazu auf, gemeinsam gegen Hass und Gewalt einzustehen.

Rund 400 Menschen haben bei einer Mahnwache in Erfurt gemeinsam getrauert und Solidarität mit der queeren Community bekundet.Bodo Schackow/dpa

Rund 400 Menschen haben bei einer Mahnwache in Erfurt gemeinsam getrauert und Solidarität mit der queeren Community bekundet.Bodo Schackow/dpa

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