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„Molli“ und „Rasender Roland“ dampfen trotz Hitze weiter

Dampflok-Feeling trotz Hitzewelle: Während im Harz die Züge stillstehen, schwitzen an der Ostsee die Heizer weiter für nostalgische Ausflüge – und bieten sogar Überfälle im Sonderzug.

Von dpa

26.06.2026

Heizen bei der Hitze: Nanda Narasimhan bei der Arbeit. Jens Büttner/dpa

Heizen bei der Hitze: Nanda Narasimhan bei der Arbeit. Jens Büttner/dpa

© Jens Büttner/dpa

Die „Molli“ und der „Rasende Roland“ bleiben weiter unter Dampf. Trotz der Trockenheit und der hohen Temperaturen setzen die historischen Bäderbahnen in Mecklenburg-Vorpommern auch aktuell auf ihre bewährten Dampflokomotiven. „Wegen der Küstenlage ist das bei uns möglich“, sagte ein Sprecher der Mecklenburgischen Bäderbahn auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Im Harz sieht die Situation derweil ganz anders aus. Wegen der hohen Waldbrandgefahr fahren die Züge der Harzer Schmalspurbahnen (HSB) auf den Brocken ab Montag vorerst nicht mehr mit Dampflokomotiven.

Auf der Strecke zwischen Bad Doberan und Kühlungsborn, die von der „Molli“ bedient wird, sowie zwischen Lauterbach Mole und Göhren auf Rügen, auf der der „Rasende Roland“ unterwegs ist, schwitzen aktuell aber weiter die Heizer, um den Touristen ein nostalgisches Eisenbahnerlebnis zu bieten.

Saufen wie eine Bergziege

„Bei dieser Affenhitze ist das schon ein bisschen schwierig, auf dem Führerstand zu arbeiten“, sagte Heizer Nanda Narasimhan aus Indien. „Aber ich habe mich daran gewöhnt, ich bin auch aus einem tropischen Land hier hingezogen.“ Er kümmert sich um Wasser, Druck und Feuer. Pro Schicht wird über eine Tonne Kohle geschaufelt.

Auch Lokführer Stefan Lerke kommt ordentlich ins Schwitzen. „Bei der Hitze säufst du wie eine Bergziege und musst trotzdem nicht pinkeln. Wenn es ganz doll kommt, stellen wir uns beim Wasseraufnehmen beim Rausschwenken unter die Wasserkräne und lassen uns einmal eiskalt abduschen. Das hält aber auch nur eine halbe Runde.“

„Molli“-Strecke wurde im Juli 1886 eröffnet

Die „Molli“-Strecke gilt als die älteste Schmalspurbahn an der Ostseeküste und führt teils nur 200 Meter am Wasser vorbei. Sie wurde im Juli 1886 zur Beförderung von Badegästen zwischen Bad Doberan und Heiligendamm in Betrieb genommen. Der Zugverkehr auf den Gleisen des „Rasenden Rolands“ startete dagegen im Februar 1895.

Laut Eigenwerbung fährt die „Molli“ an 365 Tagen im Jahr mit einer Pünktlichkeit von 98 Prozent. Einschränkungen kann es geben, wenn etwa der Sonderzug Raubüberfall unterwegs ist. Hier verspricht die Mecklenburgische Bäderbahn ein „spannendes Programm auf der Strecke mit Raubüberfall auf den Zug“. Der gespielte Einsatz der Räuber kann die Passagiere so also noch mehr ins Schwitzen bringen.

Wenn es ganz doll kommt, stellen wir uns unter den Wasserkran, sagt Lokführer Lerke.  Jens Büttner/dpa

Wenn es ganz doll kommt, stellen wir uns unter den Wasserkran, sagt Lokführer Lerke. Jens Büttner/dpa

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Im Führerstand der Dampflok wird es derzeit über 50 Grad warm. Jens Büttner/dpa

Im Führerstand der Dampflok wird es derzeit über 50 Grad warm. Jens Büttner/dpa

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Die „Molli“ bietet auch Sonderfahrten samt eines gespielten Überfalls an. (Archivbild)Jens Büttner/dpa

Die „Molli“ bietet auch Sonderfahrten samt eines gespielten Überfalls an. (Archivbild)Jens Büttner/dpa

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Auch der Rasende Roland ist aktuell unter Dampf unterwegs. (Archivbild)Stefan Sauer/dpa

Auch der Rasende Roland ist aktuell unter Dampf unterwegs. (Archivbild)Stefan Sauer/dpa

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