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Minister fordern Kurswechsel bei Offshore-Windkraft

Vor dem Nordsee-Gipfel fordern Umweltminister mehr Tempo beim Offshore-Windkraft-Ausbau. Für den niedersächsischen Umweltminister Meyer geht es auch um Arbeitsplätze.

Von dpa

23.01.2026

Der Stillstand im Bundeswirtschaftsministerium müsse enden, sonst drohe ein kostspieliger Rückschlag beim Offshore-Ausbau, sagte Tobias Goldschmidt. (Archivbild)Frank Molter/dpa

Der Stillstand im Bundeswirtschaftsministerium müsse enden, sonst drohe ein kostspieliger Rückschlag beim Offshore-Ausbau, sagte Tobias Goldschmidt. (Archivbild)Frank Molter/dpa

© Frank Molter/dpa

Die Umweltminister von Niedersachsen und Schleswig-Holstein drängen vor dem Nordsee-Gipfel am Montag auf ein klares Bekenntnis zu den Windkraft-Ausbauzielen in der Nordsee. Deutschland müsse zudem die Ausschreibungsregeln für Offshore-Windkraftanlagen dringend reformieren, damit die Windflächen für die Bieter wieder attraktiver werden, teilte das Ministerium in Kiel mit.

„Die Bundesregierung hat die längst überfällige Überarbeitung des Ausschreibungs-Designs bislang völlig verschlafen“, sagte Schleswig-Holsteins Umweltminister Tobias Goldschmidt (Grüne). Der Stillstand im Bundeswirtschaftsministerium müsse enden, sonst drohe ein kostspieliger Rückschlag beim Offshore-Ausbau. Er hoffe, der Gipfel in Hamburg werde ein „Weckruf“ für die Energiewendepolitik.

Meyer: Zehntausende Arbeitsplätze hängen an Offshore-Windenergie

Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer (Grüne) betonte: „Die Nordsee wird unser Energiemotor für günstigen, heimischen und klimaschützenden Strom im europäischen Verbund.“ Erneuerbare Energien aus der Region seien auch eine Antwort auf die Abhängigkeit von fossilen Energieimporten und erpresserischen Regierungen.

Das bewusste Scheitern von Ausschreibungen, eine mögliche Kürzung der Ausbauziele auf See sowie der verstärkte Bau fossiler Gaskraftwerke und Importe untergrüben Europas Energieunabhängigkeit und Klimaschutzbemühungen, warnte Meyer. Zehntausende Arbeitsplätze in Norddeutschland hingen vom Ausbau der Offshore-Windenergie ab.

Bleiben erneut Bieter für Offshore-Projekte aus, hätte das fatale Folgen für Energie-, Klima- und Industriepolitik. So hat es nach Angaben des Umweltministeriums in Kiel während der August-Ausschreibung für Offshore-Windflächen in der Nordsee keine Bieter gegeben. Zugleich zeichne sich ab, dass viele Projekte gebündelt Anfang der 2030er Jahre umgesetzt werden müssen, um die gesteckten Ziele zu erreichen.

Dritter Nordsee-Gipfel

Der Ausbau der Energie-Partnerschaft steht im Mittelpunkt des dritten Nordsee-Gipfels, zu dem Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) die Anrainerstaaten am Montag nach Hamburg eingeladen hat. Erwartet werden im Rathaus Staats- und Regierungschefs sowie die Energieminister aus neun Nordsee-Ländern.

Ziel des Gipfels sei es, den grenzüberschreitenden Ausbau der Offshore-Windenergie, den Wasserstoffmarkt und zugleich eine leistungsfähige und vernetzte Offshore-Infrastruktur im gesamten Nordseeraum weiter „ambitioniert“ voranzutreiben, heißt es aus Berlin.

Der Stillstand im Bundeswirtschaftsministerium müsse enden, sonst drohe ein kostspieliger Rückschlag beim Offshore-Ausbau, sagte Christian Meyer. (Archivbild)Shireen Broszies/dpa

Der Stillstand im Bundeswirtschaftsministerium müsse enden, sonst drohe ein kostspieliger Rückschlag beim Offshore-Ausbau, sagte Christian Meyer. (Archivbild)Shireen Broszies/dpa

© Shireen Broszies/dpa