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Messerangriff aus Mordlust? 23-Jähriger vor Gericht

Bei einer zufälligen Begegnung auf der Straße wird ein 69-jähriger Mann niedergestochen. Der Angreifer soll Fan eines fiktiven Serienmörders sein. Entwickelte er eine verstörende Faszination?

Von dpa

26.03.2026

Drei Monate nach einem tödlichen Messerangriff auf einen 69-jährigen Mann steht der mutmaßliche Täter wegen Mordes vor Gericht. (Symbolbild)Jens Kalaene/dpa

Drei Monate nach einem tödlichen Messerangriff auf einen 69-jährigen Mann steht der mutmaßliche Täter wegen Mordes vor Gericht. (Symbolbild)Jens Kalaene/dpa

© Jens Kalaene/dpa

Nach einer tödlichen Messerattacke auf einen 69-jährigen Mann steht der mutmaßliche Täter vor dem Landgericht Berlin. Aus purer Lust am wahllosen Töten soll der 23-Jährige das ihm flüchtig aus der Nachbarschaft bekannte Opfer niedergestochen haben - „in Nacheiferung eines fiktiven Serienmörders“, so die Staatsanwaltschaft.

Dem Beschuldigten wird Mord aus Mordlust zur Last gelegt. Ob sich der 23-jährige Deutsche zu den Vorwürfen äußern wird, blieb zu Prozessbeginn zunächst offen. Er befindet sich derzeit wegen einer psychischen Erkrankung vorläufig im Krankenhaus des Maßregelvollzugs.

Angriff an einer Bushaltestelle

Mit drei Messern bewaffnet soll er den Ermittlungen zufolge am späten Abend des 28. Dezember 2025 in Neu-Hohenschönhausen unterwegs gewesen sein. Als er in der Nähe einer Bushaltestelle einen ihm flüchtig bekannten 69-Jährigen traf, habe er mit zwei Messern in Tötungsabsicht angegriffen. Das Opfer habe sieben Stich- und Schnittwunden erlitten. Der 69-Jährige überlebte den Angriff aufgrund des hohen Blutverlusts nicht. 

Der Beschuldigte war zunächst geflohen. Er stellte sich nur wenig später selbst, teilte die Polizei damals mit. Der mutmaßliche Täter habe zudem Messer, die er bei sich hatte, abgegeben.

Die Staatsanwaltschaft geht in ihrer Antragsschrift davon aus, dass der 23-Jährige wegen einer psychischen Erkrankung zur Tatzeit nicht schuldfähig war. Die Behörde strebt in dem sogenannten Sicherungsverfahren die unbefristete Unterbringung des Beschuldigten in einem psychiatrischen Krankenhaus an. Der Prozess wird am 7. April fortgesetzt.

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