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Landesforsten-Chef: Keine Angst vor Wölfen

Der Chef der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten, Chris Freise, begegnet Wölfen regelmäßig – und bleibt entspannt. Warum Spaziergänger keine Angst haben müssen und Hunde an die Leine gehören.

Von dpa

02.04.2026

Wölfe sind vor Jahren nach in Schleswig-Holstein zurückgekehrt. (Symbolbild) Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa

Wölfe sind vor Jahren nach in Schleswig-Holstein zurückgekehrt. (Symbolbild) Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa

© Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa

Waldbesucher müssen nach Überzeugung des Direktors der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten, Chris Freise, keine Angst vor Wölfen haben. Ihm sei kein Wolfsangriff auf Menschen in freien Natur bekannt, sagte Freise der dpa. Er wohne mit seiner Familie im Segeberger Forst und sehe immer wieder Wölfe, auch beim Spaziergang mit Hunden. „Die Wölfe sind mal interessiert, gerade jüngere Wölfe, mal nicht. In Schleswig-Holstein ist uns kein Fall bekannt, wo es wirklich zu kritischen Annäherungen gekommen ist.“

Hunde immer anleinen

Ein Hund sei ein zusätzliches Risiko, aber das gilt nach Freises Angaben vor allem für den Hund selbst. „Ein Hund wird, wenn er ohne Mensch auftaucht, vom Wolf entweder als Konkurrent empfunden in der Ranzzeit oder als Beute.“ Wölfe würden auch Füchse, Dachse, Waschbären und Hunde fressen, wenn diese allein seien. „Noch ein Grund mehr, den Hund anzuleinen. Ein Hund ist für einen Wolf immer interessanter als ein Mensch.“

Der Direktor der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten, Chris Freise, beruhigt Wanderer und Spaziergänger. Sie müssten keine Angst vor Wölfen haben. (Archivbild)Frank Molter/dpa

Der Direktor der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten, Chris Freise, beruhigt Wanderer und Spaziergänger. Sie müssten keine Angst vor Wölfen haben. (Archivbild)Frank Molter/dpa

© Frank Molter/dpa

Wölfe haben nach Freises Angaben einen sehr großen Aktionsraum. Davon sei der Wald nur der Tageseinstand. „Wölfe gehören im Waldökosystem dazu in Mitteleuropa.“ Sie seien in Deutschland durch Jagd ausgestorben gewesen. Es habe sie aber immer in Rückzugsräumen gegeben, in Italien etwa, im Alpenraum, auf dem Balkan oder in Osteuropa. Nach Jahrzehnten ohne Jagd kehre der Wolf nun in seinen Lebensraum zurück, wie auch der Luchs und die Wildkatze. Das geschehe auf leisen Sohlen. „Die Wölfe in Schleswig-Holstein sind gekommen, um zu bleiben“, betonte Freise.

Wölfe leben wegen des Autoverkehrs gefährlich 

„Der Lebensraum passt den Wölfen vielleicht nicht ganz so, wie er optimal wäre, denn wir haben sehr viele Verkehrswege“. Allein vom Segeberger Wolfsrudel seien in den vergangenen zwölf Monaten mehrere Tiere überfahren worden.

Freise sprach sich gegen eine Überhöhung des Wolfes als Symbol für eine intakte Natur aus - und für mehr Gelassenheit in der Debatte. Die Einordnung des Wolfes ins Jagdrecht sei ein gutes Entspannungszeichen - im Sinne eines normalen und unverkrampften Umgangs mit dem Thema. „Das soll ja nicht bedeuten, dass jeder Wolf jetzt sofort gejagt werden muss. Aber man kann es tun, wenn es mehr Wölfe gibt und auch Probleme. Der Wolf muss lernen, mit uns umzugehen. Und wir müssen als Gesellschaft lernen, mit ihm umzugehen“, betonte Freise.

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