Landesbischöfin geht in vorzeitigen Ruhestand
Hintergrund sind offenbar Diskussionen über einen Umbau an der Spitze der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland. Wird das Amt des Landesbischofs eingespart?
Für die Spitze der Nordkirche sind Reformen im Gespräch. (Archivbild)Marcus Brandt/dpa
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Die Landesbischöfin der Nordkirche, Kristina Kühnbaum-Schmidt, geht zum 1. Oktober 2027 mit 63 Jahren in den vorzeitigen Ruhestand. Der Antrag sei gestellt und genehmigt worden, teilte die Nordkirche nach einer Tagung der Kirchenleitung mit.
Spardruck wegen Mitgliederschwundes
Hintergrund sind offenbar Überlegungen zum Umbau der Führungsebene der Nordkirche, deren Mitgliederzahl in den letzten zehn Jahren von 2,1 Millionen auf 1,6 Millionen gesunken ist. Der Landessynode - das ist das Kirchenparlament - liegt für ihre nächste Sitzung vom 24. bis 26. September in Travemünde ein Eckpunktepapier für eine „Neukonzeption der Bischöflichen Dienste in der Nordkirche“ vor.
Die Nordkirche steht angesichts des drastischen Mitgliederschwundes unter Spardruck. Als sich die Nordelbische Landeskirche mit den Kirchen von Mecklenburg und Pommern im Jahr 2012 zusammenschloss, zählte die Nordkirche 2,3 Millionen Mitglieder. Das bedeutet also einen Verlust von rund 30 Prozent seit Gründung der fusionierten Landeskirche.
Künftig kein Landesbischof mehr?
Medienberichten zufolge wird die Abschaffung des Amtes des Landesbischofs erwogen. Künftig könnten demnach die drei Bischöfe in den Sprengeln Schleswig und Holstein, Hamburg und Lübeck sowie Mecklenburg und Pommern künftig die bischöflichen Aufgaben gemeinsam wahrnehmen. Ein Sprecher der Nordkirche wollte die Berichte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur nicht kommentieren.
In einer Mitteilung der Evangelisch-lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) heißt es zum vorzeitigen Ruhestand von Kühnbaum-Schmidt: „Die Landesbischöfin hat den ausdrücklichen Wunsch, ihren Beitrag zu leisten, die Freiheit der Landessynode bei der künftigen Ausgestaltung der bischöflichen Ämter sicherzustellen.“
Internationale Aufgaben
Bis zum 1. Oktober 2027 wird sich Kühnbaum-Schmidt der Mitteilung zufolge „zunehmend prioritär“ ihren internationalen Aufgaben in der Ökumene widmen. Sie ist Vizepräsidentin des Lutherischen Weltbundes für die Region West- und Mitteleuropa und Vorsitzende des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbundes.