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Land hält trotz Mängeln an Agrarmarketinggesellschaft fest

Trotz deutlicher Kritik und festgestellter Mängel hält das Wirtschaftsministerium an der Agrarmarketinggesellschaft Sachsen-Anhalt fest. Was wird aus den Empfehlungen des Rechnungshofs?

Von dpa

07.04.2026

Die AMG mit Geschäftsführer Jörg Bühnemann (r) unterstützt Unternehmen der Land- und Ernährungswirtschaft dabei, sich am Markt zu positionieren, etwa mit Marketingmaßnahmen. (Archivbild) Sabina Crisan/dpa

Die AMG mit Geschäftsführer Jörg Bühnemann (r) unterstützt Unternehmen der Land- und Ernährungswirtschaft dabei, sich am Markt zu positionieren, etwa mit Marketingmaßnahmen. (Archivbild) Sabina Crisan/dpa

© Sabina Crisan/dpa

Das Wirtschaftsministerium will an der in die Kritik geratenen Agrarmarketinggesellschaft Sachsen-Anhalt (AMG) festhalten. Die Übernahme der AMG-Aufgaben durch die Investitions- und Marketinggesellschaft des Landes (IMG) sei geprüft worden, sagte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums. „Eine Übernahme wurde als nicht zweckmäßig angesehen.“ 

Der Landesrechnungshof hatte eine Prüfung angeregt, ob die Aufgaben der AMG von der IMG miterledigt werden könnten. „Trotz Ähnlichkeiten in den Aufgaben unterscheiden sich die Geschäftsfelder beider Gesellschaften doch erheblich“, sagte die Sprecherin des Wirtschaftsministeriums.

Private Versicherungen und teure Büromöbel

Die AMG ist eine Landesgesellschaft und unterstützt Unternehmen der Land- und Ernährungswirtschaft dabei, sich am Markt zu positionieren, etwa mit Marketingmaßnahmen. 

Bei einer Prüfung der AMG hatte der Rechnungshof gravierende Mängel festgestellt. Die AMG hat ihren Beschäftigten Vorteile gewährt, die im öffentlichen Dienst nicht erlaubt sind. Es handelte sich dabei etwa um private Versicherungen, teure Büromöbel und einen Leasingvertrag.

Gibt es weitere Konsequenzen?

Die Prüfer legten dem Wirtschaftsministerium auch nahe, Schaden- und Regressansprüche zu prüfen. Nach den Hinweisen der Prüfer gab es erste Konsequenzen. Versicherungen wurden gekündigt und die Fahrzeugnutzung geregelt.

Ob es weitere Konsequenzen geben wird, ist offen. Es liefen Anhörungen, sagte die Sprecherin des Wirtschaftsministeriums. „Über die Ergebnisse wird zu gegebener Zeit informiert.“

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