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Künstliche Intelligenz und Robotik unterstützen Medizin

Operationen präziser planen, Risiken besser abschätzen: Wie KI und Robotik in Dresden schon heute die Krebsmedizin verändern und Patienten neue Hoffnung geben.

Von dpa

21.06.2026

Dekanin Esther Troost verweist auf die wachsende Rolle von Künstlicher Intelligenz in der Medizin. (Archivbild)Robert Michael/dpa

Dekanin Esther Troost verweist auf die wachsende Rolle von Künstlicher Intelligenz in der Medizin. (Archivbild)Robert Michael/dpa

© Robert Michael/dpa

Künstliche Intelligenz (KI) und Robotik werden nach Einschätzung der Dresdner Klinikdirektorin und Forscherin Esther Troost immer mehr im Gesundheitswesen Einzug halten. „Neue Wege von der Diagnose zur Therapie stehen im Mittelpunkt einer medizinischen Zukunft, die wir gerade auch in Dresden aktiv und verantwortungsbewusst mitgestalten wollen“, sagte die Dekanin der Medizinischen Fakultät an der Technischen Universität Dresden. KI präge die Medizin schon jetzt und werde künftig weiter ausgebaut.

Troost, Direktorin der Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie und Radioonkologie am Universitätsklinikum Dresden, verwies auf hier praktizierte Anwendungen wie KI-gestützte Diagnostik und Roboter in der Chirurgie. So besetze Stefanie Speidel seit 2017 eine Professur für Translationale chirurgische Onkologie. Forschungsschwerpunkt der Informatikerin sei die Entwicklung intelligenter Assistenzsysteme für die Chirurgie durch die Verbindung von Robotik und künstlicher Intelligenz.

Operationen präziser planen und Risiken besser einschätzen

Gerade erst habe die junge Ärztin und Wissenschaftlerin Fiona Kolbinger für ihre Arbeit auf dem Gebiet der KI-gestützten Krebschirurgie den mit 210.000 Euro dotierten Jung-Karriere-Förderpreis 2026 erhalten, betonte Troost. „Im Zentrum ihrer Arbeit steht die Frage, wie sich Operationen bei Krebserkrankungen im Bauchraum präziser planen und individuelle Risiken besser abschätzen lassen. Dazu nutzt sie KI-Modelle, um Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge besser zu verstehen.“

Roboter und Künstliche Intelligenz unterstützen zunehmend Ärzte bei Operationen beziehungsweise der Auswertung von Daten. (Archivbild) Robert Michael/dpa

Roboter und Künstliche Intelligenz unterstützen zunehmend Ärzte bei Operationen beziehungsweise der Auswertung von Daten. (Archivbild) Robert Michael/dpa

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„Seit 2019 haben wir zudem in Dresden mit Unterstützung der Else Kröner-Fresenius Stiftungsförderung das Else Kröner Fresenius Zentrum für Digitale Gesundheit (EKFZ) aufgebaut“, erläuterte die Professorin ein weiteres Projekt. Es konzentriere seine Forschungen auf medizinische und digitale Technologien an der direkten Schnittstelle zu den Patienten. Ziel sei es, das Potenzial der Digitalisierung in der Medizin voll auszuschöpfen, um Gesundheitsversorgung, medizinische Forschung und die klinische Praxis deutlich zu verbessern.

Professur für Klinische Künstliche Intelligenz in Dresden

Das EKFZ bilde dabei die gesamte Bandbreite von Künstlicher Intelligenz ab. „So haben wir hier neben einer Professur für Klinische Künstliche Intelligenz seit 2022 auch eine Professur für Medical Device Regulatory Science – einzigartig in Deutschland. Sie hat zum Ziel, regulatorische Anforderungen besonders für Software als Medizinprodukt und künstliche Intelligenz in Medizinprodukten voranzubringen, um mit den technologischen Entwicklungen Schritt zu halten“, so Troost.

Nach Angaben der Professorin ermöglicht KI in der medizinischen Forschung die Analyse großer und komplexer Datensätze etwa aus der Genomik, Bildgebung und aus klinischen Studien. „Dadurch können neue Zusammenhänge schneller erkannt, Krankheitsmechanismen besser verstanden und innovative Therapieansätze entwickelt werden. Die Integration der KI erforschen wir vor allem in unseren Schwerpunkten onkologische, metabolische sowie neurologische und psychische Erkrankungen.“

Künstliche Intelligenz auf für Wahl der Behandlung wichtig

In der Therapie werde KI zunehmend dazu beitragen, die Wahl der Behandlung auf Grundlage großer Datenmengen zu individualisieren und klinische Entscheidungsprozesse zu unterstützen. „Gleichzeitig bleiben Verantwortung, ethische Bewertung und die Kommunikation mit den Patientinnen und Patienten eindeutig ärztliche Kernaufgaben“, stellte Troost klar. So untersuche ein Forschungsteam am EKFZ, wie digitale Technologien und generative KI klinische Interaktion, Wohlbefinden und therapeutische Prozesse verändern.

„Für die Hochschulmedizin als Ausbildungsstätte bedeuten diese Entwicklungen, zukünftige Ärztinnen und Ärzte im kompetenten Umgang mit KI-Systemen auszubilden sowie deren Chancen und Grenzen kritisch zu reflektieren“, sagte die Dekanin abschließend.

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