Kosten für Benzin und Diesel setzen Tafeln unter Druck
Rund 50.000 Menschen im Land sind auf die Tafeln angewiesen – doch steigende Spritkosten und weniger Lebensmittelspenden bringen das System an die Belastungsgrenze.
36 Ausgabestellen der Tafel gibt es in Sachsen-Anhalt - sie versorgen rund 50.000 Menschen, so der stellvertretende Landesvorsitzende. (Symbolbild)Klaus-Dietmar Gabbert/dpa
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Die hohen Preise für Benzin und Diesel setzen die Tafeln in Sachsen-Anhalt zunehmend unter Druck. „Das schlägt natürlich bei allen Tafeln voll ins Kontor, weil Fahrzeuge müssen betankt werden. Das ist unser täglich Brot“, sagte der stellvertretende Landesvorsitzende der Tafel Sachsen-Anhalt, Holger Franke, der Deutschen Presse-Agentur. Die Einrichtungen holten Lebensmittel bei Supermärkten, Bäckereien und Herstellern ab. Pro Jahr belaufen sich die Gesamtkosten für Transport demnach auf 250.000 Euro.
Allein bei den Tafeln in Magdeburg lägen die Kraftstoffkosten derzeit bei mindestens 2.000 Euro pro Monat, schätzt Franke, der im Landesverband für die Logistik zuständig ist. Am härtesten getroffen seien die Ausgabestellen in den Flächenlandkreisen Sachsen-Anhalts, wo teils noch deutlich weitere Wege zurückgelegt werden müssten. Und auch Speditionen, die im Auftrag der Tafeln unterwegs sind, hätten ihre Preise teils deutlich angehoben. Dass der ab Oktober geplante Tankrabatt der Bundesregierung die Lage deutlich entspannen werde, glaubt der stellvertretende Landesvorsitzende nicht.
Bedarf nach Angebot der Tafeln nimmt seit Jahren stetig zu
Der Landesverband versuche, zusätzliche Geldspenden für die 36 Tafeln im Land einzuwerben und zugleich Wege zu finden, zusätzliche Fördermittel zu beantragen. „Da ist eben Kreativität gefragt. Das ist wirklich nicht einfach.“ Hinzu komme die politische Unsicherheit nach der Landtagswahl. Ob etwa eine bislang gezahlte jährliche Fördersumme des Landes über 50.000 Euro für das Zentrallager der Tafel in Hohenerxleben (Salzlandkreis) auch künftig für den Verein verfügbar ist, ist offen.
Gleichzeitig steige die Nachfrage nach dem Angebot der Tafeln. „Ich mache das schon seit 15 Jahren. Es wird letztendlich immer mehr“, berichtet Franke. Landesweit versorgten die Tafeln um die 50.000 Menschen. Um das Angebot für alle aufrechtzuerhalten, sei die Anzahl möglicher Abholungen teils bereits von zwei auf eine pro Woche reduziert worden. Hinzu komme, dass auch das Aufkommen an Lebensmittelspenden gesunken sei, da Discounter ihre Prozesse zunehmend optimierten und weniger Ware übrig bleibe.