Gedenken an Deportationen an mehreren Orten in Berlin
Am 18. Oktober 1941 begann die Deportation von Jüdinnen und Juden in Berlin. In der Stadt wird in den kommenden Tagen den Opfern gedacht.
An dem Gedenken am Mahnmal „Gleis 17“ nimmt auch der israelische Botschafter Ron Prosor teil. (Symbolbild)Christophe Gateau/dpa
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Anlässlich des 85. Jahrestags des Beginns der Deportationen von Jüdinnen und Juden aus Berlin wird an mehreren Orten der Opfer gedacht. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) besucht am Sonntag im Grunewald eine Gedenkveranstaltung. „In Berlin dulden wir als Berliner Senat keinen Antisemitismus, Hass oder Gewalt gegen Jüdinnen und Juden“, erklärte Wegner laut einer Mitteilung.
Es bleibe die Aufgabe aller, Antisemitismus konsequent entgegenzutreten. „Unabhängig davon, aus welcher Richtung er kommt und wo er stattfindet“, sagte Wegner. An der Gedenkveranstaltung am Sonntagmittag (12.00 Uhr) am Mahnmal „Gleis 17“ am S-Bahnhof Grunewald nehmen auch der Botschafter des Staates Israel, Ron Prosor, und Bundesverfassungsgerichtspräsident Stephan Harbarth teil. Prosor soll ein Grußwort sprechen, Harbarth soll die Gedenkrede halten.
Das Mahnmal „Gleis 17“ am Bahnhof Grunewald erinnert an die etwa 10.000 Jüdinnen und Juden, die von dort während der NS-Diktatur mit Zügen aus Berlin in Vernichtungslager deportiert wurden. Weitere 30.000 wurden zwangsweise vom Güterbahnhof Moabit und etwa 10.000 vom Anhalter Bahnhof abtransportiert.
Auf 25 Litfaßsäulen wird an erste Deportationen erinnert
Bis 16. November erinnern in Berlin zudem großflächige Plakate auf 25 Litfaßsäulen an den Beginn der Deportationen. Unter dem Titel „Sie wollten leben!“ sind auf den Plakaten Auszüge aus Biografien sowie Fotografien von insgesamt 100 Personen zu sehen, wie das Bezirksamt Lichtenberg mitteilte. Eine Übersicht über die Standorte der Litfaßsäulen findet sich im Internet auf der Seite des Vereins „Gleis 69“.
Anlässlich der Eröffnung des Projektes findet heute um 19.00 Uhr eine Gedenkveranstaltung in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche am Breitscheidplatz statt.
Erster Transport am 18. Oktober
Nach Angaben des Bezirksamtes verließ am 18. Oktober 1941 der erste sogenannte Osttransport den Bahnhof Grunewald. Die Nationalsozialisten deportierten 1.013 jüdische Frauen, Männer und Kinder aus Berlin ins Ghetto Litzmannstadt.
Zuvor hatten sich die Menschen im Sammellager in der Synagoge Levetzowstraße einfinden müssen und mussten dann durch die Innenstadt nach Grunewald laufen. Unter dem Vorwand der Umsiedlung wurden sie von der Gestapo in den Zug gepfercht und von der Deutschen Reichsbahn in Richtung Osten transportiert.