KI dominiert - Rüstung erstmals Thema auf Hannover Messe
KI, Robotik – und erstmals ein Fokus auf Rüstung: Mehr als 3.000 Aussteller und zahlreiche Politiker werden auf der Hannover Messe erwartet.
Mehr als 3.000 Aussteller aus den Bereichen Maschinenbau, Elektro- und Digitalindustrie sind bei der Hannover Messe dabei. (Archivbild)Julian Stratenschulte/dpa
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Künstliche Intelligenz, Robotik und deren Einsatz in der Industrie stehen kommende Woche im Mittelpunkt der Hannover Messe (20. bis 24. April). „Auf der Hannover Messe erleben Besucherinnen und Besucher, wie sie KI produktiv einsetzen und damit Mehrwert schaffen“, sagte Messechef Jochen Köckler mit Blick auf die bevorstehende Ausstellung. Angesichts globaler Herausforderungen werde dies immer mehr zum Wettbewerbsfaktor.
Zur Eröffnungsfeier der weltweit wichtigsten Industrieschau am Sonntagabend haben sich Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und der Präsident des diesjährigen Partnerlandes Brasilien, Luiz Inácio Lula da Silva, angekündigt. Am Montag werde beide zum traditionellen Messerundgang erwartet. Weitere Bundespolitiker stehen auf der Besucherliste, darunter Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU), Forschungsministerin Dorothee Bär (CSU) und Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD).
Rüstung als neuer Themenschwerpunkt
Erstmals mit einem eigenen Themenschwerpunkt vertreten ist der Bereich Rüstung. Rund 40 Unternehmen zeigen dort Lösungen für den schnellen Aufbau der Produktion von Rüstungsgütern. Als Gäste erwartet werden unter anderem Rheinmetall-Chef Armin Papperger sowie Michael Schöllhorn von Airbus Defence and Space.
Insgesamt sind mehr als 3.000 Aussteller aus den Bereichen Maschinenbau, Elektro- und Digitalindustrie sowie der Energiewirtschaft dabei. Im vergangenen Jahr waren es noch 4.000. Vertreten sind auch zahlreiche Technologie-Firmen wie Microsoft, SAP und Siemens. Hinzu kommen Mittelständler und zahlreiche Start-ups. 2025 kamen 127.000 Besucher.
Kritik an Warnstreik im ÖPNV
Kritik äußerte Köckler am geplanten Warnstreik im Nahverkehr, zu dem die Gewerkschaft Verdi am Montag und Dienstag auch in Hannover aufruft. Er sei sich nicht sicher, „ob das denn wirklich verhältnismäßig ist“, sagte der Messechef. „Da werden Menschen drunter leiden, die mit diesem Konflikt wenig zu tun haben.“ Das mache es der Messe nicht leichter, ihre Ziele zu erreichen. „Das ist etwas, was nicht dazu beiträgt, dass wir das schaffen können.“
Auch der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga Niedersachsen zeigte sich besorgt. Zusammen mit den von der Vereinigung Cockpit angekündigten Streiks bei der Lufthansa werde der Ausstand im Nahverkehr die Anreise vieler Gäste erschweren, hieß es.
Gastgewerbe fürchtet Imageschaden
„Der Zeitpunkt dieser Streiks ist aus Sicht des Gastgewerbes höchst problematisch“, sagte Dehoga-Präsident Dirk Breuckmann. Zur Hannover Messe würden mehr als 100.000 Besucher aus aller Welt erwartet. „Wenn genau dann zentrale Verkehrsinfrastrukturen ausfallen, ist das nicht nur ein massiver Imageschaden für den Wirtschafts- und Tourismusstandort Hannover, sondern auch darüber hinaus.“
Das Streikrecht sei ein hohes Gut, so Breuckmann weiter. „Dennoch erwarten wir, dass bei der Wahl von Zeitpunkt und Umfang eines Arbeitskampfes auch die Folgen nicht nur für den bestreikten Wirtschaftsbereich, sondern diverse Branchen drumherum und den Standort insgesamt berücksichtigt werden.“