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Junger Hamburger wird erster Haldenwärter im Ruhrgebiet

Mehr als 1.000 Bewerbungen, aber nur einer darf hoch hinaus: Ein Hamburger zieht eine Woche auf eine Halde im Ruhrgebiet. Was steckt hinter der Aktion?

Von dpa

15.09.2026

Mehr als 1000 Menschen hatten sich für den einwöchigen Job beworben, Fynn durfte nun in sein Häuschen auf der Halde einziehen. Max Lametz/dpa

Mehr als 1000 Menschen hatten sich für den einwöchigen Job beworben, Fynn durfte nun in sein Häuschen auf der Halde einziehen. Max Lametz/dpa

© Max Lametz/dpa

Es locken 5000 Euro und ein außergewöhnlicher Blick: Das Ruhrgebiet hat seinen ersten Haldenwärter. Der 21-jährige Fynn aus Hamburg wird eine Woche lang ein Tiny-House auf der Halde Hoheward zwischen Herten und Recklinghausen beziehen. Die nicht ganz ernst gemeinten Aufgaben dort laut Stellenbeschreibung: Robo-Schafe hüten, vom kleinen Haus mit Revier-Panorama die Sonnenaufgänge inspizieren und das Ruhrgebiet von oben im Blick behalten. 

Was hinter dem außergewöhnlichen Job steckt

Der außergewöhnliche Job sei Teil einer Standortkampagne, mit der sich die Region als modern und wandlungsfähig präsentieren will, teilte der Regionalverband Ruhr (RVR) mit, der die Aktion verantwortet. 

Die Halden, von denen 46 dem RVR gehören, seien Sinnbild für diesen Wandel: Die künstlich aufgeschütteten Erhebungen aus dem Gestein, das beim Abbau und der Aufbereitung der Kohle übrigblieb, sind heute gern genutzte Freizeitziele. Mit weithin sichtbaren Landmarken wie etwa dem Tetraeder in Bottrop oder einer riesigen Grubenlampe in Moers stehen sie auch für den Strukturwandel. 

Von der Halde aus hat man einen herrlichen Panorama-Blick auf das für manche überraschend grüne Ruhrgebiet. Max Lametz/dpa

Von der Halde aus hat man einen herrlichen Panorama-Blick auf das für manche überraschend grüne Ruhrgebiet. Max Lametz/dpa

© Max Lametz/dpa

Auf dem 150 Meter über dem Meeresspiegel gelegenen Gipfelplateau der Halde Hoheward befinden sich zwei riesige Stahlbögen - das sogenannte Horizontobservatorium. 

Mit dem Haldenwärter dort sollte ein Job geschaffen werden, den es so nirgends gibt, um Aufmerksamkeit für die Region zu schaffen, erläuterte RVR-Direktor Garrelt Duin. Mehr als 1000 Bewerbungen waren für die Aktion eingegangen - als Honorar winken immerhin 5000 Euro. 

Ein bisschen wie ein Leuchtturmwärter

Der junge Hamburger Fynn hatte sich am Ende gegen die Konkurrenz durchgesetzt. Geboren ist der amtierende Haldenwärter nach eigener Auskunft auf der Nordseeinsel Föhr, er kenne daher Schafe und schöne Ausblicke, berichtete er der dpa bei seinem Einzug. Sein neuer Kurzzeit-Job erinnere ihn „ein bisschen an einen Leuchtturmwärter“, sagte er. Mit dem Ruhrgebiet habe er dagegen bislang keine Berührungspunkte und freue sich daher auf die Zeit hoch oben. 

Fühlt sich ein bisschen wie ein Leuchturmwärter, sagt Nordlicht und gebürtiger Nordseeinsulaner Fynn. Max Lametz/dpa

Fühlt sich ein bisschen wie ein Leuchturmwärter, sagt Nordlicht und gebürtiger Nordseeinsulaner Fynn. Max Lametz/dpa

© Max Lametz/dpa

Am Dienstag bezog er nun seine Unterkunft: Das Tiny-House bietet einen spektakulären Rundum-Blick auf das Ruhrgebiet. Dem Haldenwärter leisten zeitweise auch vierbeinige Mini-Roboter Gesellschaft, die sonst an der Ruhr-Universität und an der Hochschule Ruhr West der Forschung dienen. Während der Aktion veranschaulichen sie nun den Wandel des einstigen Kohleabbau-Gebietes hin zu einer Wissensregion, erläuterte eine RVR-Sprecherin.

Eine der nicht ganz ernst gemeinten Aufgaben: Robo-Schafe hüten. Max Lametz/dpa

Eine der nicht ganz ernst gemeinten Aufgaben: Robo-Schafe hüten. Max Lametz/dpa

© Max Lametz/dpa

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