dpa

16-Jähriger stellt sich nach Schuss auf Polizisten

Nach dem Schuss auf einen Polizisten in Göttingen wird europaweit nach dem mutmaßlichen Schützen gefahndet. Schließlich stellt er sich den Ermittlern.

Von dpa

16.06.2026

Der mutmaßliche Schütze, der in Göttingen auf einen Polizisten geschossen haben soll, hat sich der Polizei gestellt.Stefan Rampfel/dpa

Der mutmaßliche Schütze, der in Göttingen auf einen Polizisten geschossen haben soll, hat sich der Polizei gestellt.Stefan Rampfel/dpa

© Stefan Rampfel/dpa

Nach einem Schuss auf einen Polizisten bei einer Auseinandersetzung zwischen zwei Großfamilien hat sich der Tatverdächtige bei der Polizei gemeldet. Der 16-Jährige, nach dem wegen versuchten Totschlags mit einem Europäischen Haftbefehl gesucht wurde, habe sich am frühen Abend in Begleitung eines Rechtsanwalts bei der Polizei in Göttingen gestellt, teilten die Polizei sowie die Staatsanwaltschaft Braunschweig mit.

Der 16-Jährige gelte als dringend verdächtig, am Samstagabend gegen 22.15 Uhr bei der Auseinandersetzung der beiden rivalisierenden Großfamilien in der Göttinger Innenstadt mutmaßlich mehrere Schüsse aus einer scharfen Waffe abgegeben zu haben. Dabei war ein Polizeibeamter schwer verletzt worden. Er kam auf die Intensivstation. Die Ermittlungen zum genauen Tatablauf, den Hintergründen und dem Tatmotiv dauern noch an. Die Polizeiinspektion Göttingen hat eine Mordkommission eingerichtet.

Hintergründe noch unbekannt

Der Polizist war mit Kollegen wegen der Auseinandersetzung zwischen den beiden rivalisierenden Großfamilien im Einsatz. Der mutmaßliche Schütze war vom Tatort geflohen. Ob der Jugendliche bereits früher polizeilich in Erscheinung getreten war, war zunächst nicht bekannt.

Ebenso unbekannt ist bislang, worum es bei dem Konflikt ging und weshalb die Situation eskalierte. Zum Zeitpunkt der Tat feierten Tausende Menschen im Zentrum von Göttingen die „Nacht der Kulturen“. Die Tat spielte sich laut Polizei jedoch ein Stück entfernt am Rand der Innenstadt ab, direkt auf einem Gehweg neben der Bundesstraße 27, die aus der Stadt hinausführt. 

Polizeipräsidentin erleichtert

Am Montag durchsuchten Ermittlerteams sowie Spezialkräfte im Umfeld des Tatverdächtigen zwei Wohnhäuser, eines in Gieboldehausen. Dort wurden der Polizei zufolge mehrere Handys sichergestellt. Bei der Polizei seien diverse Hinweise eingegangen, die derzeit noch ausgewertet werden. Allein ein Hinweisportal, das für die Übermittlung von privaten Video- und Bildmaterial freigeschaltet wurde, sei mehr als 2.000 Mal aufgerufen worden, hieß es.

Göttingens Polizeipräsidentin Tanja Wulff-Bruhn zeigte sich erleichtert über den Fahndungserfolg. „Die Festnahme des 16-Jährigen ist ein deutliches Signal für die Funktionsfähigkeit unseres Rechtsstaates“, sagte sie laut Mitteilung.

Karte