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Jeder Achte aus MV arbeitet in einem anderen Bundesland

Heute pendeln mehr Menschen über die Landesgrenzen als vor zehn Jahren. Warum ist das so?

Von dpa

12.10.2026

Einer der größten Magneten für Pendler aus Mecklenburg-Vorpommern ist Hamburg. (Archivbild)Marcus Brandt/dpa

Einer der größten Magneten für Pendler aus Mecklenburg-Vorpommern ist Hamburg. (Archivbild)Marcus Brandt/dpa

© Marcus Brandt/dpa

Trotz Arbeitskräftemangel in Teilen der Wirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns pendeln mehr Menschen zum Job über die Landesgrenze als noch vor zehn Jahren. Mitte 2025 zählte das Statistische Amt des Landes 77.483 Auspendler. Das waren rund 5.000 mehr als zehn Jahre zuvor. Im Vergleich zu Mitte 2024 ergab sich ein leichter Rückgang um 177. Jeder achte Arbeitnehmer, der in MV wohnt, pendelt demnach für den Job über die Landesgrenze.

Das Statistikamt sprach von einem „ausgeprägten Pendlerdefizit“, denn lediglich 31.062 Menschen fuhren am Stichtag 30. Juni 2025 aus anderen Bundesländern nach Mecklenburg-Vorpommern zur Arbeit. Der typische Auspendler aus MV ist den Angaben zufolge männlich (65,2 Prozent) und arbeitet im produzierenden Gewerbe oder im Bereich Verkehr und Lagerei.

Bessere Verdienstmöglichkeiten

Als ein Grund für die hohe Pendlerzahl gelten bessere Verdienstmöglichkeiten außerhalb Mecklenburg-Vorpommerns. Durch die kleinteilige Wirtschaft gehören die Durchschnittslöhne im Nordosten zu den niedrigsten bundesweit.

Der größte Magnet für Auspendler ist laut den Statistikern Schleswig-Holstein (19.619 Beschäftigte am 30. Juni 2025), danach folgen Hamburg (11.582), Berlin (8.907), Brandenburg (8.517) und Niedersachsen (7.858). „Dabei zeigen sich zwei Hauptachsen“, berichtete Claudia Mitzscherling von dem Amt.

In MV sind Rostock und Schwerin Magneten

In Richtung Westen - nach Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen - ziehe es vor allem Menschen aus den Landkreisen Nordwestmecklenburg und Ludwigslust-Parchim. Aus den östlichen Landkreisen Mecklenburgische Seenplatte und Vorpommern-Greifswald pendle man vorrangig nach Berlin und Brandenburg.

Auch innerhalb Mecklenburg-Vorpommerns pendeln die Menschen häufig über Kreisgrenzen zur Arbeit. „Innerhalb der Landesgrenzen fungieren die kreisfreien Städte als regionale Einpendelknoten“, berichtete Mitzscherling. Nach Rostock etwa pendelten 31.491 Menschen von außerhalb zur Arbeit, vorrangig aus dem Landkreis Rostock. Für Schwerin wurden 22.694 Einpendler gemeldet, hauptsächlich aus den Landkreisen Nordwestmecklenburg und Ludwigslust-Parchim.