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Rettung für Domo in Leuna? Firmen sollen übernommen werden

In den vergangenen Wochen liefen die Anlagen im Minimalbetrieb. In Sachsen-Anhalt könnte es jetzt auf sichereren Beinen weitergehen. Und in Brandenburg?

Von dpa

31.03.2026

Für den Standort in Sachsen-Anhalt könnte es eine Zukunft geben. (Archivbild)Jan Woitas/dpa

Für den Standort in Sachsen-Anhalt könnte es eine Zukunft geben. (Archivbild)Jan Woitas/dpa

© Jan Woitas/dpa

Neue Hoffnung für Hunderte Beschäftigte bei Domo in Sachsen-Anhalt? Die zwei insolventen Tochterfirmen des belgischen Chemieunternehmens in Leuna könnten wohl doch gerettet werden. Geplant ist, dass unter anderem der Standortbetreiber InfraLeuna eine Tochtergesellschaft gründet und die beiden Firmen übernimmt, wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr. Zunächst hatte die „Mitteldeutsche Zeitung“ darüber berichtet. Unklar ist allerdings weiter, ob und wie es am Standort in Premnitz in Brandenburg weitergeht. 

Das Chemieunternehmen mit Sitz im belgischen Gent hatte Ende des vergangenen Jahres für seine drei deutschen Tochterfirmen in Sachsen-Anhalt und Brandenburg Insolvenz angemeldet. Die drei Firmen werden auf der Suche nach Investoren einzeln betrachtet. Es könnte also jeweils unterschiedliche Lösungen geben. Bislang wurden nach dpa-Informationen noch keine Verträge unterschrieben. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) kündigte jetzt kurzfristig seine Teilnahme an einer Pressekonferenz nach der Kabinettssitzung in Magdeburg an.

Die meisten Domo-Mitarbeitenden sind im sachsen-anhaltischen Leuna beschäftigt, bei der Domo Chemicals GmbH sind es rund 35, bei der Domo Caproleuna GmbH etwa 480. In Premnitz in Brandenburg hat die Domo Engineering Plastics GmbH rund 70 Mitarbeitende. 

Insolvenzverfahren steht vor Eröffnung

Ein Sprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters Lucas Flöther äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht zu einer möglichen Lösung für die Domo-Standorte. Angaben könnten erst gemacht werden, wenn das Insolvenzverfahren eröffnet sei. Dies soll am Mittwoch (1. April) geschehen. In der Zeit zwischen dem Stellen eines Insolvenzantrags und der Eröffnung des Verfahrens verwaltet ein Insolvenzverwalter unter anderem das Vermögen des Schuldners und sucht nach Möglichkeiten, den Geschäftsbetrieb fortzuführen.

Wie die „Mitteldeutsche Zeitung“ berichtete, wollen InfraLeuna und das auf dem Gelände des Chemieparks im Süden Sachsen-Anhalts ansässige Unternehmen Leuna-Harze eine neue Tochtergesellschaft gründen, um die Domo-Töchter zu übernehmen. Sowohl InfraLeuna als auch Leuna-Harze bestätigten diese Pläne offiziell vorerst nicht.

Weiterbetrieb wegen Gefahren für Mensch und Umwelt

Wenige Tage, nachdem Domo die Insolvenz angemeldet und erklärt hatte, die Produktion sofort stoppen zu müssen, hatte sich das Land Sachsen-Anhalt eingeschaltet und entschieden, „aus Gründen der Gefahrenabwehr“ bis zum 1. April einen Minimalbetrieb der Produktionsanlagen aufrechtzuerhalten. Flöther hatte damals erklärt, dass es wegen der winterlichen Wetterbedingungen zu diesem Zeitpunkt nicht möglich gewesen sei, die Anlagen in Leuna sicher herunterzufahren. 

Die Anlagen liefen also durch Mittel des Landes weiter, um „Gefahren für Mensch und Umwelt zu vermeiden“. Auch die Produktion in Premnitz wurde fortgesetzt. Domo stellt vor allem Kunststoff her, der unter anderem in der Automobilindustrie sowie in der Elektro- und Elektronikbranche weiterverarbeitet wird. Durch die Entscheidung des Landes ging auch die Suche nach Investoren weiter. 

Wie viel hat das Land Sachsen-Anhalt bezahlt?

Unklar ist bislang, wie viel Geld das Land Sachsen-Anhalt für den Weiterbetrieb zahlen muss. Nachdem das Land entschieden hatte, die Minimalbetrieb zu ermöglichen, hatte das Landesverwaltungsamt von einem höheren einstelligen bis niedrigen zweistelligen Millionenbetrag gesprochen.

Neben Domo gibt es weitere Unternehmen in der Chemiebranche, die sich derzeit in einer schwierigen Lage befinden. Unter anderem hatte das Unternehmen Dow Chemical vor einigen Monaten bekanntgegeben, dass ein Teil seiner Anlagen in Schkopau (Sachsen-Anhalt) und Böhlen (Sachsen) Ende 2027 geschlossen werden soll.

Die chemisch-pharmazeutische Industrie in Ostdeutschland zählt laut der Gewerkschaft IG BCE 48.000 Beschäftigte in den tarifgebundenen Unternehmen und hat demnach einen Jahresumsatz von über 30 Milliarden Euro. Im Chemie-Dreieck in Sachsen-Anhalt gibt es nach Angaben der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit 100 Firmen mit rund 10.000 Beschäftigten. Die Insolvenz eines Unternehmens kann immer auch Auswirkungen auf andere Firmen in der Region haben, die beispielsweise Stoffe anliefern.

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