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Hunderte demonstrieren in Berlin gegen sexualisierte Gewalt

Unter dem Motto „Es reicht! Sexualisierte Gewalt stoppen“ fordern hunderte von Menschen in Berlin Reformen im Sexualstrafrecht. Die Initiativen kritisieren lückenhaften Schutz und fehlende Prävention.

Von dpa

12.04.2026

Hunderte von Menschen demonstrierten am Brandenburger Tor gegen sexuelle Gewalt. Annette Riedl/dpa

Hunderte von Menschen demonstrierten am Brandenburger Tor gegen sexuelle Gewalt. Annette Riedl/dpa

© Annette Riedl/dpa

Mehrere hundert Menschen haben in Berlin an einer Demonstration unter dem Motto „Es reicht! Sexualisierte Gewalt stoppen“ teilgenommen. Sie kamen am Nachmittag am Pariser Platz zusammen. „Warum müssen wir in Angst leben?“, war auf einem Schild zu lesen, das eine Frau hochhielt. „Schweigen schützt Täter“ stand auf einem anderen oder „Patriarchat macht Stress“ - und auf dem breiten Transparent an der Bühne direkt vor dem Brandenburger Tor: „Es reicht!“

„Wir machen keine Kompromisse mehr bei Frauenfeindlichkeit“, sagte eine Rednerin. Und eine andere betonte: „Sexualisierte Gewalt ist für viel zu viele Menschen Realität.“ Zu der Kundgebung aufgerufen hatten unter anderem das Bündnis Feminist Fight Club und die Initiative „Nur Ja heißt Ja“. 

Eine ähnliche Demonstration gab es auch in München. In Berlin nahmen nach Angaben der Veranstalter rund 800 Menschen an der Kundgebung teil. Die Polizei sprach nach einer Schätzung vom frühen Nachmittag von etwa 200. Solche Proteste zum Teil mit noch deutlich mehr Teilnehmerinnen und Teilnehmern hat es in den vergangenen Wochen immer wieder gegeben. 

Initiativen fordern Reformen

Der Auslöser waren die schweren Vorwürfe der Moderatorin und Schauspielerin Fernandes gegen ihren Ex-Partner, den Schauspieler Christian Ulmen, über die zuerst der „Spiegel“ berichtet hatte. Sie wirft ihm vor, Fake-Profile in ihrem Namen erstellt und darüber pornografische Darstellungen verbreitet zu haben. Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung. Sein Anwalt Christian Schertz kündigte an, gegen die Berichterstattung des „Spiegels“ rechtliche Schritte einzuleiten.

Der Fall führe brutal vor Augen, wie lückenhaft Schutz, Aufarbeitung und Konsequenzen in Deutschland seien, kritisierten die Initiativen, die die Kundgebung organisiert hatten. Sie forderten umfassende Reformen im deutschen Sexualstrafrecht und flächendeckende Maßnahmen für mehr Prävention und Schutz. Das Ziel sei, Zustimmung als zentrales Prinzip sexueller Selbstbestimmung auch gesetzlich zu verankern.

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