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Hoffenheim streicht Champions League aus Vokabular

Der Flow ist längst flöten gegangen, immer tiefer stürzt die TSG Hoffenheim in die Krise. Wie Trainer Christian Ilzer und Kapitän Oliver Baumann die Lage bewerten.

Von Ulrike John, dpa

05.04.2026

Hoffenheim und Andrej Kramaric (2.v.l.): ratlos nach der Niederlage gegen Mainz.Uwe Anspach/dpa

Hoffenheim und Andrej Kramaric (2.v.l.): ratlos nach der Niederlage gegen Mainz.Uwe Anspach/dpa

© Uwe Anspach/dpa

Wenn Nationaltorhüter Oliver Baumann vor Mikrofone und Kameras tritt, dann ist das meistens ein schlechtes Zeichen bei der TSG 1899 Hoffenheim. In schwierigen Situationen - wie nach der 1:2-Niederlage gegen den FSV Mainz 05 - ist der erfahrene Kapitän gefragt. Der 35-Jährige wirkt zunehmend ratloser beim Versuch, die Krise seiner Mannschaft in der Bundesliga zu erklären.

„Vielleicht so ein bisschen Leichtigkeit, ein bisschen Power“ habe gefehlt, um das Ruder herumzureißen, sagte Baumann. „Der Anspruch dieser Mannschaft in dieser Saison ist nicht, hier gegen Mainz zu verlieren.“ Nur ein Sieg und insgesamt fünf Punkte aus den vergangenen sechs Spielen - von der Champions League spricht niemand mehr im Kraichgau.

Drei Punkte hinter dem VfB

„Ich glaube, am Ende sind wir gut beraten, wenn wir das Wort mal weglassen“, sagte Sportvorstand Andreas Schicker nach dem erneuten Rückschlag. Dabei hat der VfB Stuttgart als Tabellenvierter nur drei Punkte Vorsprung auf die TSG und muss am 32. Spieltag noch nach Sinsheim. 

„Am Ende stehen die Chancen nach wie vor sehr, sehr gut, dass es Richtung Europa geht“, sagte Schicker. „Die Leichtigkeit wieder zurückbekommen, das wird der Schlüssel sein.“ 

Tietz düpiert die TSG zwei Mal

Die Hoffenheimer gingen zwar nicht völlig baden wie zuletzt beim 0:5 in Leipzig. Sie fanden aber keine Mittel vor und nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch Fisnik Asllani und mussten zusehen, wie Phillip Tietz gleich zweimal Baumann und vor allem dessen Vorderleute düpierte. 

„Wir lassen aktuell zu leicht Großchancen zu. Deswegen tun wir uns sehr schwer, Ergebnisse zu holen“, analysierte Trainer Christian Ilzer. „Genauso ist auf der anderen Seite, (...) wo dann auch diese richtige Entscheidung fehlt.“

Keinen Knoten in den Kopf drehen

Wie er das Dilemma lösen will? „Trotzdem werden wir nicht den Kopf in den Sand stecken und uns keinen Knoten in den Kopf drehen. Wichtig, dass man nicht zu sehr nachdenkt, sondern den Jungs eine klare, einfache Hilfestellungen gibt“, erklärte der Österreicher und räumte mit Blick auf die so unerwartet erfolgreiche Hinrunde ein: „Wir sind sehr schnell gewachsen, wir haben über performt.“ 

Am Freitagabend beim FC Augsburg kommt auf die TSG eine ähnlich unangenehme Mannschaft wie Mainz zu. „Den Flow musst du dir wiederholen durch harte Arbeit“, forderte Baumann. 

Sein Chefcoach gab sich natürlich trotz alledem optimistisch nach einem Auftritt, der viele nachdenkliche Gesichter hinterließ. „Wir haben eine Zeit genossen, wo wir sehr erfolgreich waren. Jetzt ist eine schwierigere Phase. Aber so wie wir im Kreis zusammen gestanden sind, habe ich das Gefühl, wir werden diese Phase sehr, sehr gut durchstehen.“

Was nun? Hoffenheims Trainer Christian Ilzer. Uwe Anspach/dpa

Was nun? Hoffenheims Trainer Christian Ilzer. Uwe Anspach/dpa

© Uwe Anspach/dpa

Von Hoffenheim und Grisch Prömel nicht zu stoppen: der Mainzer Doppeltorschütze Phillip Tietz (l.). Uwe Anspach/dpa

Von Hoffenheim und Grisch Prömel nicht zu stoppen: der Mainzer Doppeltorschütze Phillip Tietz (l.). Uwe Anspach/dpa

© Uwe Anspach/dpa

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