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Hitze sorgt für gestresste Fische in Gewässern

Steigende Temperaturen setzen Sachsens Fischen zu: In Fließgewässern werden die Lebensbedingungen für Lachs und Forelle zunehmend schwierig. Was Experten zur Lage sagen.

Von dpa

13.07.2026

Unter hohen Temperaturen und niedrigen Pegeln leiden in Sachsen aktuell vor allem Fische in Fließgewässern. (Symbolbild)Pavlíèek Lubo·/CTK/dpa

Unter hohen Temperaturen und niedrigen Pegeln leiden in Sachsen aktuell vor allem Fische in Fließgewässern. (Symbolbild)Pavlíèek Lubo·/CTK/dpa

© Pavlíèek Lubo·/CTK/dpa

Hitzeperioden und wenig Niederschlag sorgen für zunehmend gestresste Fischbestände in Sachsens Gewässern. Betroffen sind nach Angaben des Landesverbandes Sächsischer Angler vor allem Lachs- und Forellenfische in Fließgewässern. „Es gab zum Beispiel in der Chemnitz auch schon ein kleineres Fischsterben, wo eine ganze Reihe an Bachforellen verendet sind“, sagte Martin Schuster, Sprecher des Landesverbands, der Deutschen Presse-Agentur in Dresden. 

Niedrige Pegelstände und wenig Niederschlag würden teils zu schwierigsten Bedingungen für die Fische führen. Wassertemperaturen oberhalb von 20 Grad könnten demnach für manche der Fischarten in Fließgewässern bereits lebensbedrohlich sein. „Die müssen sich jetzt wirklich die tieferen Regionen, also die tiefen Flussabschnitte suchen, wo halt eben noch ein bisschen Sauerstoff vorhanden ist.“ Das sei aber längst nicht mehr überall gegeben, so Schuster. 

Landesverband: „Forellen angeln sollte man lassen“

Einschränkungen für Angler in den sächsischen Angelgewässern sind dem Landesverband allerdings keine bekannt. Eine Sperrung von Gewässern gebe es nur in absoluten Ausnahmefällen, etwa bei einem außergewöhnlichen Fischesterben. Ansonsten setze man darauf, dass Vereinsmitglieder kompetent genug seien, gestresste Fischbestände nicht zusätzlich unter Druck zu setzen. Schuster nannte als Beispiel: „Forellen angeln sollte man bei diesen Umständen wirklich unterlassen.“

Matthias Kopp, zuständiger Wasserbewirtschafter im Anglerverband Leipzig, berichtet von teils komplett ausgetrockneten Fließgewässern. Das sei zum einen verheerend für die darin befindlichen Fische. „Bei den kleinen Fließgewässern ist es so, dass die Fische dann mit der letzten Strömung irgendwo hingehen. Dann haben es sich dort Reiher und Raben gemütlich gemacht.“ 

Anglerverband Leipzig: „Bestimmt acht Tonnen tote Fische“

Gleichzeitig fehle den Teichen der nötige Wasserzulauf und deshalb zum Teil fast ein halber Meter Wasser. Die Folge seien niedrige Wasserstände, hohe Wassertemperaturen und deshalb zu wenig Sauerstoff. Denn: „Je wärmer das Wasser ist, umso weniger Sauerstoff kann man da drin lösen. Da kann man belüften, wie man will, es geht nicht mehr rein“, erklärte Kopp. 

„Wir haben allein dieses Jahr bestimmt sieben oder acht Tonnen tote Fische gesammelt und entsorgt“, schätzt der Wasserbewirtschafter. Das sei deutlich mehr und breiter verteilt als in den Vorjahren. 

Auch Georg Stähler, Geschäftsführer der Teichwirtschaft Wermsdorf (Landkreis Nordsachsen), berichtet von zunehmend schwierigen Bedingungen in den 50 Teichen des Betriebs. Zu wenig Wasser sei der erste Grund: Die Füllstände seien teils niedrig - je nach Gewässer bei etwa 50 bis 60 Prozent. „Zweiter Grund ist die Hitze, wo Wassertemperaturen um die 30 Grad entstanden sind, die für einige Fischarten tödlich geendet haben.“ Rund eine Tonne Fisch sei bislang verendet - vorwiegend Hechte und Störe, berichtet Stähler. „Das ist also noch nichts Gravierendes für insgesamt ein Jahr, aber es ist halt ärgerlich.“

Teichwirtschaft: Weniger Futter führt zu weniger Wachstum

„Dazu kommt, dass ich in der Zeit so wenig füttern kann.“ Denn bei mehr Futter würden die Tiere auch mehr Sauerstoff verbrauchen - die bis zu fünffache Menge, so der Experte. Die Folge des wenigen Fütterns ist, dass „die Fische schlecht wachsen und man damit halt auch wirtschaftlichen Schaden nimmt, weil einfach die Fische die Größe, den Zuwachs nicht erreichen“, so Stähler. Karpfen seien hohe Wassertemperaturen noch am ehesten gewohnt und würden mit den Bedingungen besser zurechtkommen. 

Noch sei die Lage nicht kritisch. Das könne sich aber ändern, sollte es weitere Hitzeperioden geben und sollten größere Niederschläge weiter ausbleiben. „August, das ist so der kritischste Monat - und da sind wir noch nicht.“

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