Wackener Metal-Party im Sonnenschein
Def Leppard rocken erstmals Wacken, Judas Priest lassen es krachen – und das alles bei Sonne statt mit Schlamm. Wer 2027 auf das Heavy-Metal-Festival kommt und was mit dem Bier war.
Die ersten Bands für das Wacken Open Air im kommenden Jahr stehen fest. (Archivbild)Frank Molter/dpa
© Frank Molter/dpa
Reichlich Sonne und Sommerhitze: Nach den Wetterkapriolen mit reichlich Schlamm im vergangenen Sommer staubte es auf dem Heavy-Metal-Festival in Wacken dieses Mal sogar. Vor den letzten Konzerten am Abend zeigten sich Veranstalter, Polizei und Rettungsdienste zufrieden mit dem Verlauf der Jubiläumsausgabe. Das 35. Wacken Open Air (W:O:A) in Schleswig-Holstein startete am Mittwoch und war mit 85.000 Metalfans erneut ausverkauft. Es endet in der Nacht auf Sonntag.
„Dass es so gut wird, habe ich natürlich nicht gedacht“, sagte Festivalgründer Thomas Jensen. „Das Wetter hat mitgespielt und wir haben epische, fantastische Shows gesehen.“ Als Beispiel nannte er Judas Priest und den Abschied von Sepultura. Der andere Festivalgründer Holger Hübner ergänzte: „Wetter gut, alles gut.“ Es habe deshalb eine „geile Party“ gegeben.
Auch die brasilianische Band Sepultura kam nach Wacken.Marcus Golejewski/dpa
© Marcus Golejewski/dpa
Stars waren in diesem Jahr neben der schwedischen Metalband Sabaton die Rocklegenden von Def Leppard, die am Donnerstag erstmals überhaupt in Wacken auftraten, und Judas Priest. Die Band legte am Freitagabend einen fulminanten Auftritt hin.
Das sagen die Rettungskräfte
Trotz Temperaturen zeitweise deutlich über 30 Grad Celsius berichtete der Leiter des Rettungsdienstes, Volker Böhm, es hätten nur 15 Fans wegen Hitzenotfällen behandelt werden müssen. Bis 14.00 Uhr habe der Rettungsdienst etwa 3.500 Einsätze gehabt, darunter wegen rund 160 allgemeiner medizinischer Probleme, aber es gab auch viele kleinere Hilfsleistungen. Es habe etwa 200 Krankentransporte gegeben. „Wir sind eigentlich auf dem Level eines normalen Wacken Open Air in den vergangenen 25 Jahren.“
Das Wetter spielte mit. (Archivbild)Frank Molter/dpa
© Frank Molter/dpa
„Wir hätten fast die erste Geburt gehabt hier“, sagte Böhm. „Schade, hätte legendär werden können.“ Eine hochschwangere zweifache Mutter habe am Mittwoch alle fünf Minuten Wehen gehabt. Sie sei aber mit einem Rettungstransport rechtzeitig vom Gelände gebracht worden.
Was die Polizei sagt
Der Leiter der Polizeidirektion Itzehoe, Frank Mathiesen berichte, es seien bis 11.00 Uhr 226 Einsätze gezählt worden, damit mehr als 2025 (187 Einsätze). Es habe sich aber eher um Unterstützungseinsätze gehandelt. Es habe ein paar mehr Einsätze außerhalb des Geländes gegeben. „Und wir hatten auffällig mehr Einsätze im Zusammenhang mit unzulässigen Drohnensteigungen.“ Das seien alles „ahnungslose Hobbypiloten“ gewesen, die alle ein Bußgeld erwarte.
Jedes Mal imposant: Der brennende Bullenschädel.Frank Molter/dpa
© Frank Molter/dpa
Ein Problem bei Kontrollen auf dem Festival hatten dagegen einige Besucher und Besucherinnen mit politisch linksorientierten Aufnähern (Patches). Veranstaltungsleiter Daniel Schlatter bestätigte das und sprach von Unregelmäßigkeiten bei der Unterweisung der Sicherheitsdienste. „Dass da Patches weggenommen worden sind, war nicht richtig, ist aber passiert.“ Es sei deshalb im Bereich der Ordnungsdienste nachgesteuert worden, damit so etwas nicht mehr vorkomme. Festivalgründer Jensen betonte, „die Veranstaltung ist ja ein Statement für Völkerverständigung.“
Das Bier
Auf dem Gelände und auch in sozialen Medien war das in diesem Jahr erstmals ausgeschenkte Anheuser-Bush Bud Thema. „Unsere Umsätze, was das angeht, sprechen eigentlich eine ganz andere Sprache“, sagte Festival-Geschäftsführer André Jürgens. Beim Bier hätten die Umsätze über denen im vergangenen Jahr gelegen. „Und somit stellt das für uns gar kein Problem dar.“
Der Vorverkauf für 2027
Seit Samstag sind die ersten 10.000 Tickets für das kommende Heavy-Metal-Festival (28. bis 31. Juli) bereits im Vorverkauf. Der eigentliche Vorverkauf für den überwiegenden Teil der 85.000 Karten startet am Sonntagabend (20.00 Uhr). Karten kosten wie in diesem Jahr 349 Euro plus 2 Euro Ticketgebühr.
Für 2027 angekündigt sind unter anderem bereits Helloween, U.D.O., Hammerfall, Heaven Shall Burn, Electric Callboy und Napalm Death; außerdem unter anderem Dragonforce, Heavens Gate und Edguy. Weitere Bands für die 36. Ausgabe im kommenden Jahr sollten noch am Abend bekanntgegeben werden.
Juds Priest rockten am Freitagabend das Wacken Open Air.Marcus Golejewski/dpa
© Marcus Golejewski/dpa