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Halle baut Kryolager aus – Millionen für Forschung an Proben

Extrem kalt, jahrzehntelang haltbar: In Halle werden wichtige Proben für die Forschung gesichert. Nun soll die Kapazität deutlich erweitert werden.

Von dpa

25.03.2026

Blut- und Gewebeproben werden in Halle bei extrem niedrigen Temperaturen gelagert. (Symbolbild) picture alliance / Markus Scholz/dpa

Blut- und Gewebeproben werden in Halle bei extrem niedrigen Temperaturen gelagert. (Symbolbild) picture alliance / Markus Scholz/dpa

© picture alliance / Markus Scholz/dpa

Blut- und Gewebeproben von Patienten sollen in Halle künftig noch besser und länger für die Forschung aufbewahrt werden. Dafür erweitert die Universitätsmedizin Halle ihr Kryolager, wie die Einrichtung mitteilte. Für den Ausbau auf dem Medizin-Campus Steintor stünden rund 9,3 Millionen Euro aus EU- und Landesmitteln bereit.

Lagerung wie im Permafrost

„Die Proben werden zuvor entsprechend präpariert und durch die extrem niedrigen Temperaturen über Jahrzehnte konserviert – das ist im Prinzip ähnlich wie Permafrost“, sagte Biobank-Leiterin Melanie Zinkhan. Je niedriger die Temperatur sei, desto besser, da dadurch kaum noch Stoffwechselprozesse stattfänden und sich die Proben nicht veränderten oder zersetzten.

Die zentrale Biobank ist seit drei Jahren im Routinebetrieb. Im September 2025 habe der 10.000. Patient eingewilligt, Proben zu spenden. Bisher wurden mehr als 16.000 Blutproben verarbeitet.

Mehr Kapazität für seltene Krankheiten

Im Erweiterungsbau sind unter anderem 40 Tiefkühlschränke mit minus 80 Grad sowie 20 Stickstoffbehälter mit bis zu minus 195 Grad geplant. Die Proben können dort rund 30 Jahre gelagert werden. „Gerade bei seltenen Erkrankungen dauert es viele Jahre, bis eine für die Forschung ausreichende Menge an Proben gesammelt ist“, so Zinkhan. Zusätzlich habe man durch die Lagerung von Referenzproben derselben Patientinnen und Patienten die Möglichkeit, Veränderungen der Bioproben im Verlauf von Krankheiten zu untersuchen.

Bau ab 2026 geplant

Baubeginn soll im Herbst 2026 sein, die Fertigstellung ist für Mitte 2028 geplant. Wissenschaftsminister Armin Willingmann erklärte, die Investition stärke die Forschungsinfrastruktur im Land.

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