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Grüne fordern Sozialkunde ab Klasse 5 als Pflichtfach

Sozialkunde soll nach dem Willen der Grünen schon ab Klasse 5 Pflichtfach in Sachsen-Anhalt werden. Was die Fraktion außerdem für mehr Mitsprache an Schulen plant.

Von dpa

11.03.2026

Die Grünen fordern mehr Demokratiebildung an Schulen in Sachsen-Anhalt. (Archivbild)Sebastian Gollnow/dpa

Die Grünen fordern mehr Demokratiebildung an Schulen in Sachsen-Anhalt. (Archivbild)Sebastian Gollnow/dpa

© Sebastian Gollnow/dpa

Die Grünen-Landtagsfraktion will Demokratiebildung an Schulen in Sachsen-Anhalt stärker verankern. Das Fach Sozialkunde sollte nach ihrer Ansicht künftig an allen weiterführenden Schulen bereits ab der fünften Klasse verpflichtend unterrichtet werden, wie aus einem Antrag im Parlament hervorgeht. Derzeit wird das Fach an weiterführenden Schulen im Land ab der achten Klasse unterrichtet.

Zudem sollen Schülerinnen und Schüler stärker beteiligt werden. Nach den Vorstellungen der Grünen sollen sie mehr Möglichkeiten bekommen, Unterricht, Projekte und das Schulleben mitzugestalten.

Mehr Mitsprache

Auch feste Beteiligungsstrukturen sollen ausgebaut werden. So sollen an Schulen ab der dritten Klasse Klassenräte sowie Schülerparlamente eingerichtet oder gestärkt werden. Diese Gremien könnten nach dem Vorschlag auch eigene Budgets erhalten, über die sie für schulische Projekte selbst entscheiden.

Weiterhin wollen die Grünen die Zusammensetzung der Schulkonferenzen ändern. Künftig sollen Lehrkräfte, Eltern sowie Schülerinnen und Schüler dort jeweils ein Drittel der Stimmen haben.

Die Fraktion begründet den Antrag damit, dass Kinder und Jugendliche demokratische Fähigkeiten vor allem dann lernen, wenn sie im Alltag mitentscheiden können. Schulen spielten dafür eine zentrale Rolle, hieß es.

Ministerium sieht keinen Änderungsbedarf

Das Bildungsministerium sieht für solche Änderungen derzeit keinen Bedarf. Die Gestaltung der Stundentafeln müsse verschiedene Bildungsziele berücksichtigen, erklärte ein Sprecher. „Ein Mehr in einem Bereich ist nur durch ein Weniger in einem anderen darstellbar.“ Demokratiebildung werde zudem auch in anderen Fächern und fächerübergreifend vermittelt. Eine Änderung des Unterrichtsbeginns für Sozialkunde sei „aktuell nicht vorgesehen“.

Auch bei den vorgeschlagenen zusätzlichen Beteiligungsstrukturen verweist das Ministerium auf bestehende Regelungen. Die vorhandenen Mitwirkungsrechte böten bereits „eine sehr gute Basis für die Beteiligung der Schülerinnen und Schüler“. Eigene Budgets für Schülervertretungen führten zudem nicht automatisch zu mehr Demokratiebewusstsein und würden zusätzlichen organisatorischen Aufwand bedeuten.

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