Grüne fordern Hitzeschutz-Sofortprogramm
Die Fraktionschefin der oppositionellen Grünen und ehemalige Umweltministerin Eder sieht die Landesregierung beim Hitzeschutz in der Pflicht. Notwendig sei ein Sofortprogramm.
Die Grünen-Politikerin Eder fordert von der Landesregierung unter anderem ein Sofortprogramm für Hitzewellen. (Archivbild)Helmut Fricke/dpa
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Trotz Trinkbrunnen und mehr schattigem Grün - die rheinland-pfälzischen Städte und Gemeinden sind nach Einschätzung der Grünen-Politikerin Katrin Eder nicht ausreichend auf Hitzewellen vorbereitet. „Besonders groß ist der Handlungsdruck in den Großstädten“, sagte die ehemalige Umweltministerin und jetzige Fraktionschefin im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. Einige Großstädte zählten bundesweit zu den Städten mit dem höchsten Versiegelungsgrad.
Eder: Land muss Kommunen weiter unterstützten
„Bei den Themen Begrünung, Entsiegelung und Hitzeschutz wurden erste Anstrengungen unternommen“, sagte Eder. Allerdings sei das kommunale Investitionsprogramm für Klimaschutz und Innovation bei Klimaanpassungsmaßnahmen auf höchstens 25 Prozent der Mittel begrenzt gewesen. „Hier muss in den nächsten Jahren mehr geschehen.“
Die Grünen-Politikerin nannte es „bedauerlich“, dass die neue schwarz-rote Landesregierung keine Neuauflage des von SPD, Grünen und FDP beschlossenen kommunalen Investitionsprogramms für Klimaschutz und Innovation plane.
„Wir fordern sie auf, diese Entscheidung zu überdenken, um kommunalen Klimaschutz und Klimaanpassungsmaßnahmen zu ermöglichen.“ Zudem müsse die CDU-geführte Landesregierung eine Klimaanpassungsstrategie vorlegen und daraus beherzt Umsetzungsschritte ableiten.
Mit Trinkbrunnen können Kommunen den Menschen bei Hitze helfen. (Archivbild) Patrick Pleul/dpa
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Schnelle Hilfe für besonders gefährdete Menschen
„Großen Nachholbedarf sehen wir beim Schutz besonders gefährdeter Personen, etwa älterer Menschen, Kinder, chronisch Kranker, Pflegebedürftiger und Menschen ohne kühle Rückzugsräume“, sagte Eder. „Sie brauchen bei extremer Hitze schnell erreichbare und verlässliche Hilfe.“
Rheinland-Pfalz brauche daher auch ein Hitzeschutz-Sofortprogramm des Landes mit einem besonderen Fokus auf die vulnerablen Gruppen. „Es muss Maßnahmen finanzieren, die schnell umgesetzt werden können.“
Hitzevorsorge in Schulen und Kitas verbessern
Dazu gehörten zusätzliche Trinkwasserangebote, Schattenplätze, öffentlich zugängliche kühle Räume sowie bessere Hitzevorsorge in Kitas, Schulen, Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern.
„Mittel- bis langfristig müssen wir unsere Städte klimaangepasst umbauen: mit mehr Bäumen, mehr Grünflächen, besseren Versickerungsmöglichkeiten und der gezielten Entsiegelung bestehender Flächen“, betonte Eder. „Gleichzeitig müssen wir davon wegkommen, dass immer noch mehr Flächen versiegelt werden.“