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Gottesanbeterin breitet sich in Berlin aus

Bis vor wenigen Jahrzehnten galt sie als Exotin und kam nur in warmen Regionen Deutschlands vor. Inzwischen wird die Gottesanbeterin in Berlin häufig gesichtet. Warum ist das so?

Von dpa

07.08.2026

Eine Europäische Gottesanbeterin (Mantis religiosa) ist auf einer Pflanze in einem Garten zu sehen. (Archivbild)Patrick Pleul/dpa

Eine Europäische Gottesanbeterin (Mantis religiosa) ist auf einer Pflanze in einem Garten zu sehen. (Archivbild)Patrick Pleul/dpa

© Patrick Pleul/dpa

Sie verspeist ihre männlichen Artgenossen nach der Paarung. Jetzt breitet sie sich in Berlin aus: Die Gottesanbeterin, ein imposantes Insekt, ist nach Angaben des Naturschutzbundes (Nabu) inzwischen in allen Bezirken der Hauptstadt zu finden. Grund dafür sei der Klimawandel.

Auf dem Schöneberger Südgelände wurden Tiere gefunden, deren Vorfahren dort vermutlich in den 80er Jahren ausgesetzt worden waren, wie Exemplare Nabu-Artenschutzreferentin Janina Klug erklärte. „Heute kann man in ganz Berlin auf Brachen, Schuttflächen oder an sonnigen Wegrändern mit etwas Glück diesem faszinierenden Insekt begegnen.“ 

Nach Angaben der Expertin wurden in diesem Jahr bundesweit bereits sehr viele der Fangschrecken gesichtet. Üblicherweise werden demnach die meisten Tiere erst im August gemeldet. In diesem Jahr seien jedoch allein in der letzten Juliwoche auf der Plattform NABU-naturgucker.de bereits mehr als 2.000 Beobachtungen gemeldet worden - darunter 166 Hinweise aus Berlin. Als einen Grund sehen die Naturschützer die Hitze in diesem Sommer. 

Nabu bittet um Fotos

Derzeit sei die Gottesanbeterin (Mantis religiosa) auf der Suche nach Nahrung und Paarungspartnern häufig zu beobachten. Teils verirrten sie sich sogar in Häuser. Wer eine Gottesanbeterin in der Hauptstadt entdeckt, sollte sie unbedingt melden, bittet der Nabu - am besten mit Foto und Ortsangabe. 

„Sie ist ruhig, lässt sich gut fotografieren und ist durch ihre großen Fangarme praktisch unverwechselbar. Unsere Auswertungen zeigen, dass es nur selten zu Fehlbestimmungen kommt“, schilderte Klug. 

Bis vor wenigen Jahrzehnten galt das Tier als Exotin und kam nur in den wärmsten Regionen Deutschlands vor. Zu ihrem Namen kam die Fangschrecke, weil sie ihre Fangarme faltet, als ob sie beten wollte. Sie ernährt sich vor allem von Insekten und Spinnen und ist eine gut getarnte Jägerin. 

In den kommenden Wochen beginnt die Paarungszeit. Ende September dann nimmt die Zahl der Gottesanbeterinnen rasch ab: Rund ein Drittel der Männchen stirbt unmittelbar nach der Paarung, weil es vom Weibchen gefressen wird. „Was grausam klingt, ist biologisch sinnvoll: Die Männchen haben zur Fortpflanzung beigetragen, und die Weibchen gewinnen Energie für die aufwendige Produktion der Eier“, erklärt Artenschutzreferentin Klug.

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