dpa

Gedenken in Sachsenhausen an Opfer von Sowjetlager

Nach dem Ende des Nationalsozialismus errichtete der sowjetische Geheimdienst im ehemaligen KZ Sachsenhausen ein Speziallager. Dort wird traditionell der Opfer gedacht.

Von dpa

30.08.2026

In der Gedenkstätte Sachsenhausen ist an das sowjetische Speziallager erinnert worden. (Archivbild)Soeren Stache/dpa-Museum/dpa

In der Gedenkstätte Sachsenhausen ist an das sowjetische Speziallager erinnert worden. (Archivbild)Soeren Stache/dpa-Museum/dpa

© Soeren Stache/dpa-Museum/dpa

Mit einer Gedenkfeier und einer Kranzniederlegung haben ehemalige Häftlinge und andere in der Gedenkstätte Sachsenhausen an Tausende Opfer des sowjetischen Speziallagers erinnert. Im Zuge der Verlegung des sowjetischen Speziallagers von Weesow bei Werneuchen kamen 1945 mehr als 5.000 Häftlinge nach einem Fußmarsch von rund 40 Kilometern im ehemaligen Konzentrationslager (KZ) Sachsenhausen an. 

„Hier liegen rund 7.000 der 12.000 Toten, die nach 1945 in Sachsenhausen starben – aufgrund der inhumanen Haftbedingungen, aufgrund von Hunger, aufgrund von Krankheiten“, sagte Brandenburgs Kulturstaatssekretär Tobias Dünow laut Mitteilung der Gedenkstätten. „Die Geschichte der Speziallager zeigt eindrücklich, was passiert, wenn Menschen der Willkür eines inhumanen Systems ausgesetzt sind.“ Die Achtung der Menschenwürde und die Umsetzung der Menschenrechte seien unverzichtbare Grundlage einer freien, demokratischen und offenen Gesellschaft.

Frühere Inhaftierte: „Das kann doch nicht möglich sein“

Ehemalige Häftlinge und Angehörige begehen den Jahrestag der Ankunft der ersten Inhaftierten in Sachsenhausen seit Anfang der 1990er Jahre als Gedenktag für Opfer des Speziallagers. Die 94-jährige Annemarie Krause, die von Juni 1949 bis Februar 1950 in Sachsenhausen in Haft war, erklärte in einer Videobotschaft: „Ich sagte immer, das kann doch nicht möglich sein, dass die vielen Menschen eingesperrt werden. Es war eine schlimme Zeit.“

Die sowjetische Besatzungsmacht errichtete in ihrer Zone zehn Speziallager, die laut Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten der Entnazifizierung und der stalinistischen Herrschaftssicherung dienten. In Sachsenhausen waren vor allem Angehörige unterer NS-Funktionäre, aber auch Beschäftigte aus Verwaltung, Polizei, Justiz, Wirtschaft sowie SS-Personal aus den Konzentrationslagern inhaftiert.

Karte