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Forscher: Buckelwal bei Poel braucht Ruhe statt Bergung

Statt einer riskanten Rettungsaktion raten Experten, dem geschwächten Buckelwal vor Poel Ruhe und palliative Versorgung zu geben. Warum eine Bergung große Gefahren birgt.

Von dpa

27.04.2026

Der Abtransport des Wals soll durch eine Rinne erfolgen.Philip Dulian/dpa

Der Abtransport des Wals soll durch eine Rinne erfolgen.Philip Dulian/dpa

© Philip Dulian/dpa

Das Deutsche Meeresmuseum rät von einem Lastkahn-Transport des vor der Insel Poel liegenden Buckelwals dringend ab. Das Tier sollte vielmehr größtmögliche Ruhe erhalten und ausschließlich palliativ versorgt werden, teilte die wissenschaftliche Einrichtung mit. „Von weiteren Manipulationen am Wal“ sei abzusehen. 

Forscher: Allgemeinzustand des Wales schlechter geworden

„Der Allgemeinzustand des Wales hat sich weiter verschlechtert“, betonten die Wissenschaftler. Die Erfolgsaussichten einer Lebendbergung seien sehr gering. Sie „ist zudem mit enormen Verletzungsrisiken für den Wal verbunden“, erklärten die Forscher und verwiesen auf ähnliche Einschätzungen etwa der International Whaling Commission und British Divers Marine Life Rescue. 

Ein mehrtägiger Transport gehe auch mit einer enormen Stressbelastung einher. „Insbesondere der Transport in einer Metallbarge wäre aufgrund der hohen Schallreflexion mit einer sehr großen Lärmbelastung innerhalb der Barge verbunden.“

Weitreichende Schutzmaßnahmen für Schweinswale vornehmen

Stattdessen sollten das Schicksal des Buckelwals und die emotionale Anteilnahme in der Bevölkerung Anlass sein, um weitreichende Schutzmaßnahmen für Schweinswale und andere Meeressäugetiere in der Nord- und Ostsee vorzunehmen. Sowohl die Schweinswale in der Ostsee als auch jene in der Beltsee seien von durch Menschen verursachte Bedrohungen betroffen – insbesondere Beifang und Lärm im Meer.

Sollte der Buckelwal sterben, sollte das Tier nach Ansicht des Deutschen Meeresmuseums wissenschaftlich untersucht werden, um Erkrankungen und die Todesursache feststellen zu können. „Diese Untersuchung muss innerhalb weniger Tage nach dem Tod erfolgen, damit die Zersetzung der Organe durch Autolyse bis dahin nicht zu weit fortgeschritten ist.“

Meeresmuseum will mögliche Obduktion nicht machen

Das Meeresmuseum könne dies jedoch nicht leisten. Die Genehmigung einer Obduktion sei zu einem Zeitpunkt erteilt worden, als das Meeresmuseum noch in die Maßnahmen für den Buckelwal involviert gewesen seien. „Durch Duldung der Privatinitiative zur Lebendbergung des Buckelwals (...) und der nachfolgenden Manipulationen am Buckelwal ist eine unabhängige, forensische Obduktion des Tieres erforderlich.“

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