Fonds und Baukredite gefragt: Sparkassen steigern Gewinn
Ein starkes Geschäft mit Fonds und Spareinlagen hat den Sparkassen in Hessen und Thüringen 2025 mehr Gewinn beschert. Auch greifen Privatkunden in einem lange schwächelnden Feld wieder zu.
Die Sparkassen in Hessen und Thüringen haben von einer starken Nachfrage von Sparern profitiert. (Archivbild)Bodo Schackow/dpa-zentralbild/dpa
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Ein gutes Geschäft mit Spareinlagen, Fonds und Baukrediten hat die Sparkassen in Hessen und Thüringen angetrieben. Im vergangenen Jahr stiegen die Wertpapierkäufe von Sparkassenkunden um fast 29 Prozent auf 14 Milliarden Euro, wie der Sparkassen- und Giroverband Hessen-Thüringen in Frankfurt mitteilte.
Zuwächse gab es auch dank starker Börsen bei allen Wertpapierarten, vor allem bei Aktien und Investmentfonds mit einem Plus von rund 60 bzw. 37 Prozent. Damit verbuchten die Sparkassen in Hessen und Thüringen höhere Provisionen, die Wertpapierumsätze legten um ein Viertel auf 25,9 Milliarden Euro zu.
Zudem profitieren die Sparkassen davon, dass die Europäische Zentralbank (EZB) die Leitzinsen nicht mehr weiter senkte, was Sparern bei kurzfristigen Anlagen half und die Einlagen steigen ließ. Insgesamt legte der Zinsüberschuss als wichtigste Ertragsquelle der öffentlich-rechtlichen Institute um 3,2 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro zu.
Privatkunden greifen zu Baukrediten
Gute Geschäfte machten die 47 Sparkassen in Hessen und Thüringen auch mit privaten Immobilienfinanzierungen. Bei Neukrediten sprangen die Zusagen um gut ein Fünftel auf 4,7 Milliarden Euro hoch. Damit liege das Geschäft wieder über dem Schnitt der vergangenen 20 Jahre, sagte Verbandspräsident Stefan Reuß.
Eine Last ist dagegen die schwache Wirtschaft. So mussten die Sparkassen bei Krediten rund 201 Millionen Euro abschreiben. Für dieses Jahr erwarten die Geldhäuser hier höhere Werte.
Insgesamt stieg das Betriebsergebnis vor Bewertung - also der operative Gewinn - um 1,0 Prozent auf knapp 1,7 Milliarden Euro. Unterm Strich lag der Gewinn bei fast 446 Millionen Euro, rund zwei Drittel mehr als im Vorjahr.