dpa

Ermittlungen zum tödlichen Tigerausbruch dauern an

Vor fünf Monaten bricht ein Tiger aus einer privaten Anlage bei Leipzig aus. Ein Helfer wird schwer verletzt und stirbt später. Wie ist der Stand der Ermittlungen?

Von dpa

15.10.2026

Die Ermittlungen zu dem tödlichen Tigerausbruch dauern an. (Archivbild)Heiko Rebsch/dpa

Die Ermittlungen zu dem tödlichen Tigerausbruch dauern an. (Archivbild)Heiko Rebsch/dpa

© Heiko Rebsch/dpa

Fünf Monate nach dem tödlichen Ausbruch eines Tigers aus einer privaten Haltung bei Leipzig ermittelt die Staatsanwaltschaft weiter gegen die Besitzerin. Es sei derzeit noch nicht absehbar, wann und mit welchem Ergebnis die Ermittlungen beendet sein werden, teilte Behördensprecherin Vanessa Fink auf Anfrage mit. Der Verdacht gegen die Tigerhalterin, eine ehemalige Dompteurin, lautet auf fahrlässige Tötung durch Unterlassen. 

Der Tiger war am 17. Mai aus dem Gehege in Dölzig bei Leipzig entkommen. Dabei wurde ein 72 Jahre alter Helfer schwer verletzt. Der Mann starb im Juli in einem Krankenhaus. Eine Obduktion ergab, das sein Tod auf die erlittenen Bissverletzungen zurückzuführen sei. Der entlaufene Tiger wurde von der Polizei kurz nach dem Ausbruch in der Nähe einer Kleingartenanlage erschossen.

Behörden lassen sechs Tiger wegbringen

Die frühere Zirkusartistin hatte in der Anlage unweit einer Autobahn insgesamt neun Tiger untergebracht. Das zuständige Landratsamt Nordsachsen stufte die Haltungsbedingungen als unzulässig ein: Das Areal sei für die Anzahl der Tiere zu klein gewesen. Nach wochenlangen Diskussionen ließen die Behörden schließlich sechs Tiger in eine Auffangstation nach Spanien bringen.

Die Besitzerin hat die Wegnahme der Tiger in Statements auf ihrer Internetseite scharf kritisiert. „Meine Tiger mussten für mich vor ihrem Leben bei mir nicht „gerettet“ werden“, heißt es dort. „Sie wurden artgemäß und tiergerecht gehalten. Auflagen wurden erfüllt. Die Haltung war fachlich begutachtet worden.“ Zudem habe sie mehrfach erklärt, dass sie aus ihrer Sicht keine Schuld für den Ausbruch mit den tödlichen Folgen trage.

Landratsamt wartet Ausgang der Ermittlungen ab

Inzwischen leben noch zwei Großkatzen in dem Gehege in Dölzig - unter besonderer Beobachtung der Behörden. „Selbstverständlich beobachtet und prüft das Landratsamt weiterhin aufmerksam die Haltungsbedingungen und damit verbunden das Wohl der Tiere, um gegebenenfalls einschreiten zu können“, teilte der Beigeordnete des Landkreises Nordsachsen, Eckhard Rexroth, mit.

Auch die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft würden verfolgt. Ob sich daraus weiterer Handlungsbedarf ergebe, könne zum jetzigen Zeitpunkt nicht gesagt werden.

Karte