„Woche für Woche dasselbe“: Nächster Rückschlag für Aue
Für den FC Erzgebirge Aue wird es im Abstiegskampf immer enger. Selbst ein in der Tabelle lange abgeschlagener Aufsteiger ist am Ende zu stark.
Für Jens Härtel dürfte es als Trainer von Erzgebirge Aue eng werden. (Archivbild)Robert Michael/dpa
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Die Krise des FC Erzgebirge Aue spitzt sich immer weiter zu. Beim bisherigen Tabellenvorletzten TSV Havelse verlor das Team von Coach Jens Härtel durch drei späte Gegentore noch mit 1:3 (1:0). Nach dem Schlusspfiff bewarfen mitgereiste Fans die Profis des Fußball-Drittligisten mit Schneebällen und Bierbechern.
„Es ist Woche für Woche dasselbe. Wir lernen nicht aus unseren Fehlern“, sagte der Auer Trainer bei MagentaSport. „Wir killen die Spiele nicht, wenn wir es können. Es ist schon extrem bitter.“
Havelse trifft spät
Jonah Fabisch brachte den Tabellen-17. im Eilenriedestadion von Hannover in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit in Führung (45.+1). Doch nach der Pause rächte sich, dass Marcel Bär die große Chance zum 2:0 nicht nutzte (49.) und der Aufsteiger dadurch im Spiel blieb.
Nassim Boujellab (74.) und Lorenzo Paldino (81.) drehten die Partie in der Schlussphase innerhalb von sieben Minuten. Robin Müller machte in der Nachspielzeit alles klar (90.+8).
Härtel auf der Kippe
Drei Spiele, drei Niederlagen, null Punkte: Das ist jetzt die ernüchternde Bilanz der Auer seit der Winterpause. Die monatelang abgeschlagenen Havelser kamen in der Tabelle bis auf drei Punkte an den FC Erzgebirge heran.
Ob er nun mit seiner Entlassung rechne, wurde Härtel nach dem Schlusspfiff gefragt. „Das ist eine Frage, die kann ich jetzt ad hoc nicht beantworten“, sagte der Coach. Ober er die Mannschaft noch erreiche? „Das denke ich schon!“
Diskussion mit den Fans
Auch für die Wut der Fans hatte Härtel Verständnis. Einige von ihnen mussten von Ordnern am Betreten des Spielfelds gehindert werden. Viele diskutierten später direkt am Spielfeldrand voller Wut mit den Spielern und dem neuen Sport-Geschäftsführer Michael Tarnat.
„Ich kann es total nachvollziehen, dass sie jetzt sehr sauer sind“, sagte Härtel über die Fans. „Die fahren hierher. Am Ende zählen die Ergebnisse - und die haben wir nicht gebracht.“
Härtel hadert
Nach den beiden Gegentreffern zum 1:2 fehlten den Auern spürbar Glauben und Elan, um in diesem wichtigen Spiel noch einmal zurückzukommen.
„Wir hätten in Rostock das zweite Tor machen können. Wir hätten gegen Ulm in Führung gehen können. Und wir müssen hier das zweite Tor nachlegen. Das haben wir nicht getan. Deswegen stehen wir da, wo wir jetzt sind“, sagte Härtel.