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DUH warnt: Mehr als 1,5 Millionen Sachsen leiden unter Hitze

In vielen sächsischen Städten fehlt es an Hitzeschutz. Was die Deutsche Umwelthilfe jetzt kritisiert und welche Kommunen besonders schlecht abschneiden.

Von dpa

15.09.2026

DUH warnt: Mehr als 1,5 Millionen Sachsen leiden unter Hitze. (Symbolbild)Sebastian Kahnert/dpa

DUH warnt: Mehr als 1,5 Millionen Sachsen leiden unter Hitze. (Symbolbild)Sebastian Kahnert/dpa

© Sebastian Kahnert/dpa

Mehr als 1,5 Millionen Menschen sind in Sachsen überdurchschnittlich stark von gesundheitsschädlicher Hitze betroffen. Das geht aus dem Hitze-Check der Deutschen Umwelthilfe (DUH) in 68 sächsischen Kommunen mit mehr als 10.000 Einwohnern hervor. „Jede Stadt braucht einen verbindlichen Masterplan für Hitzeschutz“, sagte Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der DUH. Jede Kommune müsse Maßnahmen für mehr Grün und weniger Grau auf den Weg bringen.

Unter anderem Leipzig mit schlechtesten Werten 

Berücksichtigt wurden bei dem Check neben der Hitzebetroffenheit auch die Versiegelung der Flächen und die Zahl der schattenspendenden Bäume. Am schlechtesten schnitten demnach Leipzig, Schkeuditz, Markranstädt, Eilenburg und Wilsdruff ab: Sie erhielten von der DUH eine rote Karte, weil sie ihre Bürgerinnen und Bürger nicht ausreichend vor Hitze schützten.

Sommer mit Rekordwerten - 550 Menschen an Hitze gestorben

Der zurückliegende Sommer in Sachsen war einer der zehn wärmsten seit 1881 und hat neue Hitzerekorde gebracht. Die Temperatur lag im Mittel bei 19,0 Grad - 2,5 Grad über dem langjährigen Vergleichswert, hatte der Deutsche Wetterdienst (DWD) bilanziert. Am 28. Juni wurden in Bad Muskau in Ostsachsen 41,5 Grad gemeldet - laut DWD ein neuer sächsischer Temperaturrekord. Laut Robert Koch-Institut (RKI) waren bis Mitte August etwa 550 Menschen an den Folgen der Hitze gestorben, deutlich mehr als in den zehn Jahren zuvor. 

Am besten abgeschnitten hatten Annaberg-Buchholz, Ebersbach-Neugersdorf, Löbau, Dippoldiswalde, Schwarzenberg/Erzgebirge und Bischofswerda. Annaberg-Buchholz erreicht dabei als einzige Stadt einen Beschirmungsgrad durch Bäume von mindestens 30 Prozent. Dies gilt als Maß dafür, wie viele schattenspendende Bäume vorhanden sind. Für Fortschritte bei der Entsiegelung hebt die DUH Dippoldiswalde, Bischofswerda, Zittau, Schwarzenberg/Erzgebirge, Weißwasser/Oberlausitz, Löbau und Ebersbach-Neugersdorf hervor.

DUH: Kommunen müssen Flächen entsiegeln und begrünen 

Der Großteil der Kommunen erhielt eine gelbe Karte. Die sei aber keinesfalls als Entwarnung zu verstehen, betonte die DUH. In Dresden, Chemnitz oder Görlitz lebt die Mehrheit der Bevölkerung in stark hitzebelasteten Gebieten. Die Städte müssten schnellstmöglich Flächen entsiegeln und begrünen sowie den Baumbestand schützen.

In den vergangenen Jahren sind laut DUH in Sachsen fast 130.000 Bäume verschwunden. Dabei seien diese gerade in Städten die wirksamste natürliche Klimaanlage, heißt es. Neu gepflanzte Bäume bräuchten Jahrzehnte, bis ihre schattenspendende und kühlende Funktion voll ausgeschöpft seit.

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