Bischof Jeremias: Misstrauen führt in Abgründe der Isolation
Die Landessynode der Nordkirche diskutiert auch über die aktuelle politische Situation. Bischof Tilman Jeremias aus dem Sprengel Mecklenburg und Pommern geht auf das Erstarken der AfD ein.
Bischof Tilman Jeremias betont die Bedeutung von Vertrauen. (Archivbild)Stefan Sauer/dpa
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Bei der Tagung der Nordkirche in Lübeck-Travemünde hat Bischof Tilman Jeremias vor wachsendem Misstrauen gewarnt und zum gemeinsamen Handeln aufgerufen. Die AfD habe es verstanden, „Angst und Misstrauen zu schüren insbesondere in die Demokratie selbst“, sagte Jeremias laut Mitteilung nach dem Wahlsieg der AfD in Mecklenburg-Vorpommern. Er ist seit 2019 Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland.
Eine Kultur des Misstrauens führe „in die Abgründe der Isolation und Einsamkeit“, betonte Jeremias. Er appellierte eindringlich an die Bedeutung von Vertrauen für das gesellschaftliche Zusammenleben. Die demokratische Gesellschaft lebe vom Vertrauen in ihre Institutionen. Die Kirche solle dazu beitragen, Misstrauen und Angst zu überwinden. „Neuer Mut und neue Hoffnung entstehen, wenn Menschen aufstehen und ihre Ideen und ihre Kraft vereinen.“ Kirchliche Arbeit trage Früchte, „wo sie Vertrauen ausstrahlt und Vertrauen weckt - Gottvertrauen wie Menschenvertrauen“.
Die Landessynode, das Kirchenparlament der Nordkirche, beriet drei Tage lang in Lübeck-Travemünde zu unterschiedlichen Themen. Ende 2025 hatte die Nordkirche vor dem Hintergrund rückläufiger Zahlen noch 1,58 Millionen Mitglieder – davon in Schleswig-Holstein gut 780.000, im Sprengel Hamburg und Lübeck gut 600.000 und im Sprengel Mecklenburg und Pommern 194.000.