Betreiber sichert sich zweites LNG-Terminalschiff für Rügen
Deutschlands LNG-Terminals sollen für Flexibilität beim Gasimport sorgen. Die Importkapazität an der Ostsee soll deutlich wachsen - nachdem sie in der Vergangenheit reduziert worden ist.
Aktuell dient nur die „Neptune“ als Terminalschiff zur Einspeisung von LNG auf Rügen. Das soll sich wieder ändern. (Archivbild)Stefan Sauer/dpa
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Das einzige Terminal für Flüssigerdgas (LNG) an der deutschen Ostseeküste soll im Winter 2027/2028 wieder deutlich mehr Einspeisekapazität erhalten. Nach Angaben der Deutschen Regas, die das Terminal an Rügens Küste betreibt, soll dafür wieder ein zweites Terminalschiff im Hafen von Mukran stationiert werden. Ein entsprechender Chartervertrag mit der japanischen Reederei Mitsui O.S.K. Lines (MOL) sollte demnach am Donnerstag in Tokio unterzeichnet werden. Zuvor hat das „Handelsblatt“ darüber berichtet.
Deutschland hat inzwischen mehrere solcher schwimmenden LNG-Terminals in Betrieb, die Mehrzahl an der Nordseeküste. Die Bundesregierung hatte den Aufbau der LNG-Importinfrastruktur nach dem russischen Angriff auf die Ukraine forciert, um unabhängig von russischen Gaslieferungen zu werden.
In Mukran lagen zeitweise schon zwei Terminalschiffe. Eines davon hatte die Deutsche Regas von der Bundesregierung gechartert, 2025 aber die Kündigung des Vertrags bekanntgegeben. Sie hatte dies unter anderem mit der Preispolitik des staatlichen Terminalbetreibers Deutsche Energy Terminal (DET). Die DET betreibt die LNG-Terminals an der deutschen Nordseeküste. Das Terminal in Mukran ist laut Deutscher Regas das einzige privat finanzierte LNG-Terminal in Deutschland.
Anteil der Terminals an Gasimporten gewachsen
Mit dem zweiten Spezialschiff wird die Deutsche Regas nach eigenen Angaben die Regasifizierungskapazität von bis zu 13,5 Milliarden Kubikmetern pro Jahr wiederherstellen.
Als einziges LNG-Terminal in Ostdeutschland habe die Deutsche Regas ihre Bedeutung für die Versorgungssicherheit unter Beweis gestellt, sagte Geschäftsführer Ingo Wagner. „Die Partnerschaft mit MOL ermöglicht es uns, die Energiesicherheit langfristig zu stärken und schafft zusätzliche Importflexibilität, von der Verbraucherinnen und Verbraucher, Industrie und Energiemärkte gleichermaßen profitieren.“
Der Anteil der LNG-Terminals an den deutschen Gasimporten hat in den zurückliegenden Jahren zwar zugenommen. Im ersten Halbjahr 2026 lag er nach Zahlen der Bundesnetzagentur bei rund 12 Prozent. Der weitaus größte Teil des Gases kommt aber weiterhin über Pipelines nach Deutschland, vor allem aus Norwegen. Die Terminals sollen auch als flexible Rückversicherung dienen, falls andere Versorgungswege ausfallen. Kritiker hingegen sehen in den Terminals einen unnötig großen Ausbau fossiler Infrastruktur.
Hoher Gaspreis
Der europäische Preis für Erdgas ist am Mittwoch erstmals seit dem Jahr 2022 bis auf 100 Euro je Megawattstunde (MWh) gestiegen. Wesentlicher Preistreiber bleibt der Iran-Krieg. Die für den Weltmarkt wichtigen LNG-Lieferungen durch die Straße von Hormus sind gestört.
Ein weiterer Preistreiber ist das verstärkte Auffüllen der deutschen Gasspeicher vor dem Winter. Deutschland ist seit Wochen bemüht, die Gasreserven zu erhöhen. Die deutschen Gasspeicher sind derzeit zu mehr als 61 Prozent gefüllt. Vor einem Jahr hatte der Speicherstand bei etwa 75 Prozent gelegen.