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Bau der A20 geht weiter - Millionen für Fledermausschutz

Nach jahrelangem Stillstand startet Ende Mai der Weiterbau der A20 bei Bad Segeberg in Schleswig-Holstein – mit Fokus auf Fledermausschutz und erheblichen Investitionen in den Naturschutz.

Von dpa

19.05.2026

Ende Mai erfolgt der Spatenstich für den Weiterbau der A20 bei Bad Segeberg. (Archivbild)Frank Molter/dpa

Ende Mai erfolgt der Spatenstich für den Weiterbau der A20 bei Bad Segeberg. (Archivbild)Frank Molter/dpa

© Frank Molter/dpa

Nach Jahren des Stillstands soll der Bau der Autobahn 20 in Schleswig-Holstein Ende Mai weitergehen. Zum ersten Spatenstich im Abschnitt 3 bei Bad Segeberg werden nach Angaben der Infrastrukturgesellschaft Deges am 28. Mai neben Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther auch Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (beide CDU) und der Vorsitzende der Geschäftsführung der Autobahn GmbH des Bundes, Michael Güntner, erwartet.

Seit Jahren endet die Küstenautobahn vom polnischen Stettin kommend östlich von Bad Segeberg. Von den geplanten 112 Kilometern A20 auf schleswig-holsteinischem Boden sind erst 39 Kilometer gebaut. 2013 hatte das Bundesverwaltungsgericht den Weiterbau der Autobahn gestoppt. Die Richter sahen den Fledermausschutz als nicht ausreichend beachtet an. Als Folge des Urteils entschieden sich die Planer für Bau von Tunneln und Leitstrukturen wie Schutzwände, damit die Fledermäuse nicht mit Lastwagen kollidieren.

Fledermausschutz

Im vergangenen November haben sich das Land Schleswig-Holstein und der Umweltverband BUND über mehr Fledermausschutz rund um die als größtes Fledermaus-Überwinterungsquartier Deutschlands geltenden Kalkberghöhlen in Bad Segeberg geeinigt. Geplant ist eine mit 14 Millionen Euro ausgestattete Fledermausstiftung.

Ein Zehntel der erwarteten Baukosten in Höhe von 465 Millionen Euro für die sogenannte Südumfahrung von Bad Segeberg hängen nach früheren Angaben der Deges mit Naturschutzbelangen zusammen. Statt bislang mehr 33.300 Fahrzeugen pro Tag, darunter allein 3.000 Lastwagen, würden dank A20 künftig nur noch 13.600 über die Bundesstraße 206 mitten durch die Stadt rollen. Der Abschnitt 3 der A20 von Weede bis Wittenborn ist knapp zehn Kilometer lang. Die Bauarbeiten sollen voraussichtlich sieben Jahre dauern.

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