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Bahn saniert Strecke Frankfurt-Heidelberg erst später

Fast jeder zweite Fernzug kommt unpünktlich ans Ziel. Grund dafür ist auch der schlechte Zustand der Infrastruktur. Die soll nun jedoch langsamer fit gemacht werden als geplant - auch in Hessen.

Von dpa

09.10.2026

Die Strecke zwischen Berlin und Hannover wird derzeit saniert. (Archivbild)Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Die Strecke zwischen Berlin und Hannover wird derzeit saniert. (Archivbild)Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

© Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Bahn und Bund wollen in den kommenden fünf Jahren deutlich weniger vielbefahrene Strecken sanieren als bislang geplant. Bis 2031 sollen nur noch 13 statt 21 Strecken umfassend erneuert werden, wie die Deutsche Bahn und das Verkehrsministerium mitteilten. Die übrigen Sanierungen folgen demnach später.

„Es werden keine Korridorsanierungen gestrichen, sondern nur verschoben“, hieß es. „Die Priorisierung der Korridorsanierungen ab dem Jahr 2032 erfolgt im kommenden Jahr.“ Bis wann die sogenannten Generalsanierungen aller rund 40 geplanten Strecken abgeschlossen sein werden, ist damit völlig offen. Zuvor war der Plan, damit bis 2036 fertig zu werden. 

Zu den 13 Strecken, die bis 2031 angegangen werden sollen, gehört in Hessen die Strecke Fulda-Hanau. Dort soll es 2027 losgehen. 

Erst nach 2031 steht in Hessen nun die Strecke Frankfurt-Heidelberg auf dem Plan. Die Sanierung war ursprünglich für die Zeit vom 28. Juni bis 14. Dezember 2030 geplant.

Was besser werden soll

Besser werden sollen bei all diesen Generalsanierungen die Umleitungen. Die für die Infrastruktur zuständige Bahn-Tochter InfraGo bereite die Umleiterstrecken intensiver vor und stimme den Bauablauf mit weiteren Baustellen im Schienennetz ab. 

Nach Abschluss der Bauarbeiten soll der Zugverkehr künftig nur schrittweise wieder hochgefahren werden - statt, dass wie bisher an einem bestimmten Datum alle Verkehrsträger wieder fahren sollten. 

Ein Konzept der alten Regierung 

Das Konzept der Generalsanierung entstand unter dem früheren Verkehrsminister Volker Wissing und dem damaligen Bahnchef Richard Lutz und wurde im Februar 2023 vorgestellt. Bis 2031 sollten rund 40 vielbefahrene Bahnstrecken in Deutschland über Monate gesperrt und grundlegend saniert werden. Dafür sollten sie im Anschluss für rund zehn Jahre baufrei bleiben und deutlich weniger störanfällig werden. 

Der ursprüngliche Plan sah bis zu acht Sanierungen pro Jahr vor. Nach deutlicher Kritik insbesondere von den Wettbewerbern im Güterverkehr wurde das Konzept unter der neuen Bundesregierung 2025 erstmals grundlegend angepasst. Die Anzahl der Sanierungen pro Jahr wurde auf vier bis fünf begrenzt. Der Gesamtzeitplan wurde bis 2036 gestreckt. 

Aufbruchstimmung bei Riedbahn-Sanierung

Mit viel Aufbruchstimmung startete 2024 die erste der rund 40 Sanierungen auf der sogenannten Riedbahn zwischen Frankfurt und Mannheim. Nach sechs Monaten Bauzeit wurde die Strecke im Dezember desselben Jahres wiedereröffnet. 

Die erste Generalsanierung wurde 2024 mit viel Trubel gestartet. Von der damaligen Aufbruchstimmung ist wenig übrig. (Archivbild)Andreas Arnold/dpa

Die erste Generalsanierung wurde 2024 mit viel Trubel gestartet. Von der damaligen Aufbruchstimmung ist wenig übrig. (Archivbild)Andreas Arnold/dpa

© Andreas Arnold/dpa

Doch schon beim zweiten großen Projekt kam die Ernüchterung. Auf der Strecke Hamburg-Berlin konnten aufgrund der Kälte im Januar und Februar dieses Jahres Kabelarbeiten im festgefrorenen Boden nicht durchgeführt wären. Die Eröffnung der Strecke verzögerte sich um rund sechs Wochen. Kurz danach verkündete die Bahn auch auf der Strecke Nürnberg-Regensburg eine verspätete Wiedereröffnung. 

Palla stellte Generalsanierungen auf den Prüfstand

An der schlechten Pünktlichkeit im Gesamtnetz haben die bisherigen Sanierungen zudem nichts geändert. Im ersten Halbjahr 2026 waren weniger als 60 Prozent der Fernzüge pünktlich unterwegs. 

Bahnchefin Evelyn Palla hatte bereits angekündigt, dass die Generalsanierung wichtiger Strecken länger dauern wird. (Archivbild)Bernd von Jutrczenka/dpa

Bahnchefin Evelyn Palla hatte bereits angekündigt, dass die Generalsanierung wichtiger Strecken länger dauern wird. (Archivbild)Bernd von Jutrczenka/dpa

© Bernd von Jutrczenka/dpa

Die neue Bahnchefin Evelyn Palla kündigte im Juli an, das Konzept der Generalsanierungen grundlegend auf den Prüfstand zu stellen. Einige Wochen später hob Palla den Zeitplan bis 2036 auf. Die Sanierungen würden deutlich länger dauern, hieß es.